US-Sicherheitsdienste Bushs Beschützer nehmen Rapper Eminem ins Visier
Washington - Noch ist der fragwürdige Song Eminems unveröffentlicht. Seit vergangener Woche ist er jedoch auf verschiedenen Fan-Internetseiten und in HipHop-Chatrooms zu hören. Nach Angaben des US-Senders CNN lautet eine Zeile in dem Stück "We are Americans": "Fucking the money. I don't rap for dead presidents. I'd rather see the president dead" ("Scheiß aufs Geld. Ich spiele nicht für "tote Präsidenten". Lieber wär's mir, der Präsident wäre tot.")
Das genügt, um den für den Personenschutz des US-Präsidenten zuständige Secret Service auf den Plan zu rufen. Laut CNN untersuchen Bushs Sicherheitsleute, ob der Song eine Bedrohung für Bush darstellt.
Eminems Umfeld versucht, den sich anbahnenden Konflikt zu entschärfen. Sein Sprecher Dennis Dennehy wies darauf hin, dass der Begriff "tote Präsidenten" ein Slangausdruck für Geld sei und sich auf die Abbildung von Präsidenten auf den Dollarscheinen beziehe. Außerdem stellten die Worte "Lieber wär's mir, der Präsident wäre tot" keinerlei Bezug zu Bush her.
Zur Frage, wie der noch unveröffentlichte Song ins Internet gekommen sei, sagte Dennehy: "Dieser Song war noch gar nicht fertig. Er ging entweder verloren oder wurde gestohlen." Auch stehe noch gar nicht fest, wo, wann, in welcher Form und ob überhaupt der Song jemals veröffentlicht werde.
An anderer Stelle des Tracks protestiert der Oscar- und Grammygewinner gegen Waffenkontrollen in den USA."Sie haben mir das Recht genommen, Waffen zu tragen", beklagt sich Eminem. Im Frühjahr 2001 war er von einem Gericht in Detroit wegen unerlaubten Waffenbesitzes und der Drohung mit einer Waffe zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden.
Er hatte sich zuvor für schuldig bekannt, im Vorjahr vor einem Nachtclub mit einer Pistole auf einen vermeintlichen Nebenbuhler los gegangen zu sein. Zudem musste sich der Rapper einem Anti-Aggressionstraining unterziehen und für die Bewährungszeit regelmäßig Drogentests absolvieren. Damals hatte er das Urteil mit den Worten "das ist fair" kommentiert.