US-Wahl-Countdown McCain holt auf
Washington - Gut eine Woche vor der US-Wahl liegt Obama in nationalen Umfragen weiter deutlich vor McCain - allerdings längst nicht mehr so deutlich wie noch vor wenigen Tagen. Laut Gallup liegt Obama bei 50 Prozent und sein republikanischer Rivale McCain bei 45. Reuters/C-SPAN/Zogby sieht den Abstand der beiden ebenfalls bei fünf Prozentpunkten. Obama 49, McCain 45 Prozent. Der Dienst hatte den Demokraten am Freitag noch zwölf Punkte vor McCain gesehen.
"Der Trend geht in Richtung zu McCain", erklärt einer der Meinungsforscher bei Reuters. "Seine Zahlen steigen und Obamas fallen." Er weist auf einen möglichen Zusammenhang zwischen McCains Annäherung an Obamas Werte und seine zunehmenden Äußerungen über die Wirtschaft und die Finanzkrise hin.
Rasmussen Reports und Hotline/FD sehen in ihrer jüngsten Umfrage mit Werten vom Sonntag einen etwas größeren Vorsprung für Obama von acht Prozentpunkten.
Das Internet-Angebot Realclearpolitics.com hat einen Querschnitt durch die jüngsten nationalen Umfragen gezogen und kommt dabei auf 50,4 für Obama zu 42,8 für McCain. Demzufolge hat sich seit Freitag wenig verändert: Ende vergangener Woche sah der Online-Dienst den Durchschnittswert aller Umfragen bei 50,1 für Obama zu 42,6 für McCain.
Einer Erhebung von Reuters/C-SPAN/Zogby zufolge führt der US-Demokrat inzwischen auch in fünf von acht umkämpften Staaten, sogenannten "battleground states": Demnach liegt Obama in Virginia, North Carolina, Missouri, Ohio und Nevada vor McCain. Der Republikaner McCain hat demnach einen Vorsprung in West Virginia und Indiana. In Florida, dem am heftigsten umkämpften Schlüsselstaat, liegen beide Kandidaten in der Reuters/C-SPAN/Zogby bei 47 Prozent. Florida ist der größte battleground state. Hier, wo 27 Wahlmännerstimmen vergeben werden, entschied sich letztendlich die umstrittene Wahl im Jahr 2000 zugunsten von Präsident George W. Bush.
In den USA wird der Präsident durch ein Wahlmännergremium bestimmt, dessen Zusammensetzung von den Ergebnissen in den einzelnen Bundesstaaten abhängt. Um Präsident zu werden, muss ein Kandidat die Stimmen von mindestens 270 Wahlmännern erreichen. Die Wahl findet am 4. November statt.
ler