US-Wahl: Teurer Endspurt - DER SPIEGEL
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US-Wahl Teurer Endspurt

In der letzten Woche vor der US-Präsidentenwahl greifen Republikaner und Demokraten noch einmal tief in die Kasse: Insgesamt 40 Millionen US-Dollar wollen die Parteien allein in TV-Spots investieren. Unterdessen lehnte es die US-Regierung ab, Opfer von Kriegseinsätzen im Irak zu entschädigen.
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Fort Lauderdale/Dayton - Obwohl die irakische Zivilbevölkerung durch die US-Besatzung erhebliche menschliche und materielle Verluste erlitten hat, lehnen die Streitkräfte einem Zeitungsbericht zufolge zahlreiche Entschädigungsforderungen ab. Selbst Menschen, die Angehörige verloren oder schwere Verletzungen davongetragen hätten, erhielten oft kein Schmerzensgeld, berichtete gestern die Zeitung "Dayton Daily News" aus Ohio. Das Blatt beruft sich auf eine Analyse von 4611 Fällen. Drei Viertel der Betroffenen seien leer ausgegangen. Von den 4611 untersuchten Forderungen hätten sich 437 auf Todesfälle und 468 auf Verletzungen bezogen, schreibt die Zeitung.

Die Streitkräfte erklärten, der untersuchte Datensatz sei nicht mehr aktuell. Im Haushaltsjahr 2004 seien 11.000 Forderungen beglichen und nur 3000 abgewiesen worden, sagte Charlotte Herring, eine Rechtsexpertin der Streitkräfte, der Nachrichtenagentur AP. Der Zeitungsbericht wirft dennoch ein erhellendes Schlaglicht auf die Entschädigungspolitik des Militärs: Grundsätzlich nicht beglichen werden Schäden, die bei Kampfeinsätzen entstanden sind. Diese Definition ist dem Bericht zufolge weit gefasst: Auch wenn ein Soldat an einer Straßensperre irrtümlich einen harmlosen Zivilisten erschießt, gelte dies als Kampfeinsatz.

Die "Dayton Daily News" berichtet auch von einem Mann, der Schmerzensgeld für den Tod zweier Brüder bei einem Bombenangriff gefordert hatte. Ihre Ablehnung begründeten die Streitkräfte mit den Worten: "Ihre Familie befand sich in einer Gegend, die aus legitimen Gründen angegriffen wurde, und wurde deswegen bedauerlicherweise geschädigt."

In einem gestern ausgestrahlten Interview räumte US-Präsident George W. Bush unterdessen ein, es sei unklar, ob die Vereinigten Staaten jemals vollkommen sicher vor Terroranschlägen sein würden. Sein Herausforderer John Kerry erklärte daraufhin bei einem Wahlkampfauftritt in Florida: "Machen Sie mich zum Präsidenten der Vereinigten Staaten, dann werden wir den Krieg gegen den Terrorismus gewinnen."