US-Wahlen Der Krimi geht weiter
Washington - Bei der Auszählung zur Präsidentenwahl in den USA hat der demokratische Kandidat Al Gore seine Führung wieder verloren. Er hat jetzt die Stimmen von 242 Wahlmännern hinter sich. Der republikanische Kandidat George W. Bush gewann 246 Wahlmännerstimmen. Gut eine Stunde nach Schließung der letzten Wahllokale liegen die Prognosen von 46 der 50 Staaten vor. Es bleibt aber bei einem Kopf-an-Kopf-Rennen, dessen Zieleinlauf noch nicht absehbar ist. Im Laufe des Abends hatte die Führung zwischen den beiden Kandidaten ständig gewechselt.
Noch offen ist der Ausgang im Schlüsselstaat Florida. Nachdem alle TV-Sender die 25 Wahlmänner dieses Bundesstaates zunächst bei Gore gesehen hatten, revidierten sie diese Hochrechnung später wieder. Der Grund ist die hohe Zahl an Briefwählern, deren Stimmen in die Berechnung der in Wahllokalen abgegebenen Voten nicht eingehen. Für den Einzug ins Weiße Haus sind insgesamt 270 "electoral votes" erforderlich. Zu den wichtigsten Einzelergebnissen Gores gehörte der Sieg in Michigan; Gouverneur Bush gewann unter anderem in Gores Heimatstaat Tennessee sowie in seinem eigenen Staat Texas. Bei der Auszählung aller Wahllokale entfielen auf Bush 49 Prozent der Stimmen, auf Gore 48 Prozent. Nach dem amerikanischen Wahlrecht entscheidet aber allein die Summe der Ergebnisse in den Einzelstaaten über den Einzug ins Weiße Haus.
Die Wahlbeteiligung war nach ersten Berichten in allen US-Staaten etwas höher als erwartet - vor vier Jahren hatten nur 49 Prozent der Bürger von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht. Wahlberechtigt waren rund 206 Millionen Amerikaner. Der neue Präsident tritt sein Amt am 20. Januar an.