US-Wahlen Die Spannung steigt
Washington - Der Republikaner Bush wählte mit seiner Frau Laura in einem Gerichtsgebäude einen Häuserblock von seiner Gouverneursresidenz in der texanischen Hauptstadt Austin entfernt. Bush war erst in der Nacht von seiner letzten Wahlkampfreise zurückgekehrt. Sein Kandidat für das Amt des Stellvertreters, Richard Cheney, der Verteidigungsminister unter Bushs Vater war, wählte zusammen mit seiner Frau am Morgen in der Feuerwache in Wilson im US-Staat Wyoming. Er wollte nach am Abend nach Austin fliegen, um mit Bush die Wahlnacht zu verfolgen.
Sein demokratischer Rivale Al Gore wählten mit seiner Ehefrau Tipper in einer Grundschule in Elmwood in Tennessee, dem Heimatstaat der Gores. Nach dem Votum gab es zunächst ein Küsschen für Tipper, dann sprach Gore zu einer Gruppe von Grundschülern sowie Jungen und Mädchen im Kindergarten-Alter.
Zu den Präsidentschaftskandidaten gehörte auch der Grüne Ralph Nader, dessen Stimmen auf Kosten Gores gehen könnten. In einer am Dienstag veröffentlichten Reuters/MSNBC-Umfrage kam Nader auf fünf Prozent der Stimmen, Gore 48 und Bush 40 Prozent.
Den Anfang am Wahltag machte eine Minute nach Mitternacht Ortszeit das kleine Dorf Dixville Notch im Bundesstaat New Hampshire. 21 Bürger stimmten für Bush, fünf für US-Vizepräsident Gore. Mit Spannung wurde auch das Ergebnis der Kongresswahlen erwartet, bei denen sich die Frau des scheidenden Präsidenten Bill Clinton, Hillary, um einen Sitz im Senat bewarb.
Die Wahllokale in den Staaten der Ostküste öffneten um 12 Uhr MEZ. Fünf Stunden nach Schließung der ersten Wahllokale in der dortigen Zeitzone sollten die letzten in Alaska in der westlichen Zeitzone um 5 Uhr MEZ am Mittwochmorgen geschlossen werden. Die Wahlbeteiligung galt wegen des knappen Abstandes zwischen Gore und Bush als ausschlaggebend. Sie hatte bei der letzten Wahl 1996 bei 49 Prozent gelegen.
Neben dem 43. Präsidenten der USA standen alle 435 Abgeordneten des Repräsentantenhauses und 34 der 100 Senatoren zur Wahl. In beiden Häusern des Kongresses haben die Republikaner derzeit die Mehrheit. Die Demokraten müssten im Repräsentantenhaus sieben und im Senat fünf Sitze hinzugewinnen, um erstmals seit 1994 die Mehrheit im Kongress zu gewinnen.
Der noch amtierende Präsident Bill Clinton gab zusammen mit seiner Ehefrau Hillary und Tochter Chelsea seine Stimme in Chappaqua im Bundesstaat New York ab. Der Präsident sagte, seine Entscheidung sei natürlich klar. Seine Frau werde die Wahl für den Posten im Senat gegen den Republikaner Rick Lazio gewinnen. Hillary Clinton lag in Umfragen vor Lazio. Dieser gab seine Stimme in Bay Shore auf Long Island ab.