US-Wahlkampf Bush greift an
Washington - Den neuen Zungenschlag will Bush heute Abend bei einem Empfang der Gouverneure seiner Republikanischen Partei testen. Der Präsident will seine Konkurrenten von der Demokratischen Partei als Politiker darstellen, die die Steuern anheben wollen und die USA im Kampf gegen den Terrorismus auf einen unsicheren Weg führten. So erläuterte Bushs Wahlkampfmanager Ken Mehlman den neuen Weg. Er sprach von einer taktischen Änderung der Strategie Bushs im Rennen um seine Wiederwahl.
Der Präsident wolle deutlich machen, dass er nun die Zeit für einen dynamischen Wahlkampf gekommen sehe. Seine Rede solle seine Wahlkampfthemen enthalten und den Amerikanern aufzeigen, zwischen welchen Positionen sie sich bei der Wahl am 2. November entscheiden müssten.
"Es wird eine klare Entscheidung werden zwischen der Beibehaltung von Steuererleichterungen, die dazu beigetragen haben, die Wirtschaft nach vorn zu bringen, und höheren Steuern für die Amerikaner, die uns rückwärts führen", sagte Mehlman. "In einer gefährlichen Welt wird es die Entscheidung zwischen einer Politik der Stärke und des Vertrauens einerseits und einer Politik der Unsicherheit andererseits." Bush wolle demonstrieren, dass er in der Lage sei, sein Land weitere vier Jahre zu führen, fügte Mehlman hinzu.
Der Favorit für die demokratische Präsidentschaftsnominierung, Senator John Kerry, wertete Bushs Ankündigung als Punktsieg für seine Partei. Das zeige, wie sehr Bush in die Defensive gedrängt sei.
Kerry sagte weiter, Bush stehe offensichtlich unter hohem Druck, da er seine Kampagne starte, noch bevor sein demokratischer Gegenkandidat feststehe. "Er wird das darlegen, was er als seine Vision bezeichnet. Ich halte es allerdings für ungewöhnlich, dass wir erst nach vier Jahren mit dieser Regierung schließlich erfahren, was dieser Präsident als seine Vision für die Nation bezeichnet", sagte Kerry vor Anhängern im New Yorker Stadtteil Harlem.
Unter Bush hätten drei Millionen Amerikaner ihre Arbeitsplätze verloren, sagte Kerry weiter. Das Land sei geschwächt und von seinen Verbündeten isoliert worden. Eine derartige Vetternwirtschaft und eine so arrogante, unangemessene, rücksichtslose und ideologische Außenpolitik habe er noch nie gesehen.
In jüngsten Meinungsumfragen liegen derzeit sowohl Kerry als auch sein noch verbliebener Rivale John Edwards vor Bush.