US-Wahlkampf Kerry sucht eine/n Vize
Hamburg - Edwards schied vorigen Mittwoch unter vielen Zeichen der Reverenz aus dem Rennen und qualifizierte sich damit als möglicher zweiter Mann. Hillary Clinton, die Senatorin aus New York, will eigentlich mit ihrer eigenen Kandidatur fürs Weiße Haus bis 2008 abwarten, könnte aber versucht sein, ein Angebot Kerrys anzunehmen - zumal dann, wenn dessen Aussichten steigen, George W. Bush zu schlagen.
Nach der gängigen Wahl-Geografie ist Kerry, der klassische Ostküsten-Liberale aus Massachusetts, praktisch gezwungen, jemanden aus dem Süden auszusuchen. Dieses Kriterium trifft auf Edwards (North Carolina) und Clinton (Arkansas) ebenso zu wie auf andere Namen, die derzeit spekulativ gehandelt werden: etwa Bill Richardson, der Bill Clintons Kabinett als Uno-Botschafter angehört hatte und nun Gouverneur von New Mexico ist, oder auch General a. D. Wesley Clark (aufgewachsen in Arkansas).
Indes hat Kerry einen Vertrauten beauftragt, nach geeigneten Kandidaten zu suchen - Investment-Banker James Johnson. Die Kandidatensuche darf ruhig etwas länger dauern und soll die Phantasie des Publikums mindestens bis Mai beanspruchen. Schließlich findet der offizielle Nominierungsparteitag erst Ende Juli in Boston statt, und die heiße Phase des Wahlkampfs dürfte nicht vor September beginnen.