US-Wahlkampf: McCain will weniger Atomwaffen - DER SPIEGEL
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US-Wahlkampf McCain will weniger Atomwaffen

Plädoyer für Abrüstung: Der US-Präsidentschaftskandidat McCain will die Zahl der Atomwaffen reduzieren. Der Republikaner nannte seinen demokratischen Konkurrenten Obama "naiv" und kritisierte Amtsinhaber Bush wegen schlechter Führung,
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Denver - Appell an Russland und die eigene Nation: Der republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain hat sich für einen weltweiten Abbau der Atomwaffenarsenale ausgesprochen. Dabei seien besonders Russland und die USA in der Verantwortung, sagte McCain am Dienstag in Denver. Auch mit China sollten Verhandlungen über den Abbau der strategischen Waffenarsenale und die Einhaltung des Nichtverbreitungsvertrags geführt werden, sagte der Senator aus Arizona. Er hoffe, dass die Zahl amerikanischer Atomwaffen so schnell wie möglich reduziert werden könne.

McCain plädierte außerdem für eine internationale Offensive, um die Verbreitung von Atomwaffen zu verhindern. Es bedürfe internationaler Abrüstungsverträge und einer effektiven Kontrolle der Nuklearaktivitäten. "Die Ziele der Nichtverbreitung können wir nicht alleine erreichen", sagte McCain.

In unverhüllter Kritik an Amtsinhaber George W. Bush forderte er, die USA müssten wieder "die Führung übernehmen, wie die Welt sie von uns erwartet - in der Tradition amerikanischer Präsidenten, die sich für eine Reduzierung der atomaren Bedrohung für die Menschheit eingesetzt haben".

Die Vorstellung, die Weiterverbreitung der Atomwaffen allein mit militärischen Mitteln zu verhindern, wie es von den Falken in der gegenwärtigen US-Regierung erwägt wird, lehnte McCain ab. Der Einsatz von Gewalt könne immer nur der letzte Schritt sein, keineswegs aber der erste, sagte er.

Der Vietnamveteran McCain stellt Obama in Fragen der Außen- und Verteidigungspolitik als unerfahrenen Erstlingssenator dar: Die Bereitschaft des Präsidentschaftsbewerbers der Demokraten, Barack Obama, mit Iran und Nordkorea über deren umstrittene Atomprogramme zu sprechen, findet McCain "naiv". Allein durch Gespräche ließen sich die "feindliche Staaten" nicht von ihrer Atompolitik abbringen.

In einer ersten Reaktion warf Obamas Wahlkampfteam McCain vor, einige Ideen aus seinem Wahlkampfprogramm übernommen zu haben, wie Mitarbeiter des demokratischen Senators erklärten. Das zeige, dass Obama beim Thema Atomwaffen die Meinungsführerschaft habe.

fat/AP

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