USA Erste Anklage wegen 11. September
Washington - Moussaoui muss sich Justizminister John Ashcroft zufolge wegen Verschwörung mit der Terrororganisation al-Qaida und deren Chef Osama Bin Laden zum Mord an Tausenden von Menschen vor Gericht verantworten. In der 30-seitigen Anklageschrift werden Bin Laden, mehrere enge Gefolgsleute und die 19 Flugzeugentführer vom 11. September als "nichtangeklagte Mitverschwörer" aufgeführt.
Moussaoui war auf Grund des Hinweises einer Flugschule in Minnesota festgenommen worden. Sie hatte Verdacht geschöpft und die Behörden alarmiert, weil sich der Mann nur für Ausbildung im Geradeaus-Fliegen interessiert hatte, nicht aber Starten und Landen lernen wollte. Bis zur offiziellen Anklage am Dienstag war Moussaoui als "wichtiger Zeuge" festgehalten worden. Ashcroft zufolge hat er bis jetzt jede Kooperation mit den Behörden verweigert. Vier der Anklagepunkte sind so schwerwiegend, dass Moussaoui im Fall eines Schuldspruches zum Tod verurteilt werden könnte.
Ashcroft ließ offen, ob Moussaoui als 20. Flugzeugentführer vorgesehen war. In den US-Medien wurde spekuliert, dass er für einen anderen Mann einspringen sollte, der als Entführer ausfiel, weil er an der Einreise in die USA gehindert wurde.
In der Anklage bei einem Bundesgericht wird Moussaoui "Verschwörung zum Mord an Tausenden unschuldigen Menschen in New York, Virginia und Pennsylvania" zur Last gelegt. Zu den einzelnen Anklagepunkten gehören "Verschwörung zur Luftpiraterie" und zur "Zerstörung eines Flugzeuges". Weiter heißt es, dass Moussaoui sich an denselben Vorbereitungen zu den Terroranschlägen beteiligt habe wie die bei den Attacken ums Leben gekommenen Entführer. Wie sie sei er in einem al-Qaida-Lager in Afghanistan ausgebildet worden, habe Flugunterricht genommen und finanzielle Unterstützung aus Quellen in Hamburg und dem Nahen Osten erhalten. Moussaoui habe sich auch wie andere Entführer nach Sprühflugzeugen zur Schädlingsbekämpfung erkundigt.