Vertrauensverlust Vier Havarien - US-Marine setzt Kommandeur der Siebten Flotte ab
Flottenkommandeur Joseph Aucoin
Foto: KAZUHIRO NOGI/ AFPDie USA ziehen Konsequenzen aus der Serie von Unfällen mit US-Kriegsschiffen im Pazifik. Joseph Aucoin, der Kommandeur der betroffenen Siebten US-Flotte, wird abgelöst. Das gab ein Sprecher der U.S. Navy bekannt. Die Militärführung habe das "Vertrauen in seine Führungskraft verloren", sagte er. Ab sofort übernehme Konteradmiral Phillip Sawyer das Kommando.
Unter Aucoins Führung war es in den vergangen Monaten zu vier folgenschweren Unfällen gekommen:
- Am Montag war der Zerstörer USS "John S. McCain" vor der Küste Malaysias mit dem Tanker "Alnic MC" kollidiert. Im Bauch des schwer beschädigten Zerstörers wurden inzwischen die Leichen von mehreren Soldaten entdeckt, eine weitere wurde in der Nähe des Unglücksortes geborgen. Nach dem Unglück waren zehn US-Soldaten vermisst worden, genaue Angaben zur Zahl der Todesopfer machte das US-Militär bisher nicht. Unklar ist auch weiterhin, wie es zu dem Unglück kommen konnte.
- Im Juni war das Schwesterschiff der "John S. McCain", die USS "Fitzgerald", vor der japanischen Küste mit einem Frachter zusammengestoßen. Dabei kamen sieben Seeleute ums Leben. Der US- Zerstörer wurde bei dem Unfall schwer beschädigt.
- Bereits in der ersten Jahreshälfte war es zu zwei weniger gravierenden Zwischenfällen gekommen, die ohne Todesopfer blieben. Im Januar war der Lenkwaffenkreuzer USS "Antietam" nahe der Marinebasis Yokosuka auf Grund gelaufen; im Mai der Kreuzer USS "Lake Champlain" mit einem südkoreanischen Fischerboot kollidiert.
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Die Navy will nun die Leistung der in Japan stationierten Siebten Flotte im Licht der Unfallserie neu bewerten. Der Kommandeur der Pazifikflotte, Admiral Scott Swift, sagte: "Jeder der vier Unfälle ist ein Einzelfall, sie können aber nicht isoliert voneinander betrachtet werden."
Die U.S. Navy will gerade im südchinesischen Meer Präsenz zeigen. Mitte August war die nun verunglückte "John S. McCain" nur wenige Seemeilen an den Spratly-Inseln vorbeigefahren. Die Inselgruppe wird von China beansprucht.
Die Regierung in Peking warf den USA daraufhin vor, mit dem Seemanöver bewusst auf Provokation gesetzt und gegen geltendes Recht verstoßen zu haben. China sieht dieses Gebiet als seine Hoheitsgewässer an, obwohl es nach einem Urteil des Schiedsgerichtshof von Den Haag keinen Anspruch darauf hat. Auch die USA erkennen diesen Anspruch nicht an.