USA Gary Graham hingerichtet
Huntsville - Sein Fall hatte international Aufsehen erregt und in den USA eine neue Diskussion über die Todesstrafe ausgelöst. Graham wurde auf Grund der Aussage von nur einer Zeugin zum Tode verurteilt. Bei der ihm zur Last gelegten Tat war er 17 Jahre alt. In einer letzten Erklärung beteuerte Graham seine Unschuld und sagte, er werde gelyncht: "Die Wahrheit wird herauskommen." Die Todesstrafe nannte er einen Holocaust für die schwarzen Amerikaner.
Die Hinrichtung war die 222. in Texas seit 1982. Vor dem Gefängnis in Huntsville, wo Graham hingerichtet wurde, hatten sich dutzende Demonstranten versammelt; hunderte Polizisten riegelten die Haftanstalt ab. Zeugen der Hinrichtung waren Bürgerrechtler Jesse Jackson und Bianca Jagger. Die beiden Prominenten hatten sich bis zuletzt für Graham eingesetzt.
Der Oberste Gerichtshof der USA hatte kurz vor der Hinrichtung ein Gnadenappell Grahams abgelehnt. Die Entscheidung fiel mit der knappen Mehrheit von fünf zu vier Stimmen. Zuvor hatte es bereits der Gnadenausschuss des Staates Texas abgelehnt, die Hinrichtung aufzuschieben. Grahams Anwälte legten nach den beiden Entscheidungen Berufung bei einem US-Bundesrichter in Austin ein, der sich jedoch für nicht zuständig erklärte.
Gouverneur George W. Bush, der voraussichtliche Präsidentschaftskandidat der Republikaner, hatte sich für die Hinrichtung ausgesprochen. Er verwies darauf, dass der Fall von insgesamt 33 Richtern überprüft worden sei. "Wenn ich all die Fakten bedenke, bin ich überzeugt, dass Gerechtigkeit geschieht", sagte Bush, nachdem Grahams letzte Berufung zurückgewiesen wurde. In Bushs fünfeinhalbjährigen Amtszeit als Gouverneur sind 133 Männer und zwei Frauen hingerichtet worden. In keinem anderen US-Staat gibt es so viele Hinrichtungen wie in Texas.