USA: Geheime Experimente mit Biowaffen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

USA Geheime Experimente mit Biowaffen

Sie begannen unter Bill Clinton und werden unter George W. Bush vermutlich noch ausgeweitet: Die USA haben eingeräumt, dass sie seit ungefähr vier Jahren geheime Forschungen auf dem Gebiet der biologischen Kriegsführung betreiben. Rein defensiv, versteht sich.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Washington - Regierungsbeamte betonten, dass sich das Programm in Übereinklang mit dem internationalen Vertrag von 1972 über ein Biowaffen-Verbot befinde. Wie Pentagon-Sprecherin Victoria Clarke bestätigte, ist unter anderem die Entwicklung von Anthrax-Bakterien geplant. Damit solle sichergestellt werden, dass für den Fall eines feindlichen Angriffs mit dem Stoff ein wirksamer Impfstoff zur Verfügung stehe.

Der Sprecher des Weißen Hauses, Ari Fleischer, sprach von einer wachsenden Bedrohung rund um die Welt durch biologische Waffen und von einer "wirklichen Herausforderung" für die Vereinigten Staaten. Diesen Gefahren müsse durch umfassende Verteidigungsfähigkeit unter Einschluss von medizinischen Gegenmaßnahmen und Spürsystemen begegnet werden. Fleischer wie auch Clarke versicherten, dass die USA sich klar im Rahmen des Verbotsvertrags bewegten und keine Absicht hätten, das Abkommen zu verletzen. Der Vereinbarung zufolge seien Forschungen für Verteidigungszwecke erlaubt.

Den Angaben verschiedener Regierungsbeamter zufolge begannen die Forschungen unter Präsident Bill Clinton und dienen ausschließlich dem Ziel der Entwicklung von Schutzmaßnahmen gegen mögliche Terrorattacken. Die Programme würden unter Clinton-Nachfolger George W. Bush wahrscheinlich ausgeweitet.