USA: Öl als Wahlkampfhilfe - DER SPIEGEL
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USA Öl als Wahlkampfhilfe

Im Vergleich zu Europa sind die Energiepreise in den USA noch immer günstig. Präsident Bill Clinton lässt dennoch die Ölreserven anzapfen. Auch eine geschickte Unterstützung im Wahlkampf für seinen Vize Al Gore?
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Washington - Clinton begründete die Freigabe eines Teils der strategischen Ölreserven mit den dramatisch gefallenen Beständen an Heizöl. Die Bestände seien landesweit um 20 Prozent niedriger als im Vorjahr, im Osten der USA sogar um 50 Prozent. Das hänge vor allem mit den hohen Preis für Rohöl zusammen. Ziel der Maßnahme sei, das Angebot zu steigern und damit den Verbrauchern zu helfen, durch den Winter zu kommen.

Clinton betonte, dass es sich bei der Freigabe um einen Tausch handle. Die Raffinierien, die jetzt das Öl bekämen, müssten es im Frühjahr, wenn die Preise nach den Prognosen niedriger seien, wieder zurückgeben. Er kündigte zugleich an, dass er 400 Millionen Dollar an Nothilfe freigebe, um armen Familien über den Winter zu helfen.

Wenige Monate vor den Wahlen hat Vizepräsident Al Gore auf einem Schwerpunktgebiet im Wahlkampf damit kräftige Rückendeckung durch die Regierung erhalten. Der Streit um die Energiepreise, die für europäische Verhältnisse noch immer günstig sind, war in den vergangenen Wochen eskaliert und hatte sich neben der maroden Gesundheitsversorgung zum wichtigsten Wahlkampfthema entwickelt. Die Heizölpreise liegen in den USA zurzeit bei etwa 75 Pfennig pro Liter. Ein Liter Benzin kostet umgerechnet etwa eine Mark.