Manöver vor Korea: Waffenschau im Krisengebiet
Manöver USA schicken Flugzeugträger nach Korea
Seoul - Es ist ein mächtiges Schiff, das die USA Richtung Korea schicken: Rund 333 Meter lang und knapp 77 Meter breit, mehr als 5600 Soldaten gehören zur Besatzung - schon bald soll der Flugzeugträger USS "George Washington" vor Südkorea kreuzen.
In der kommenden Woche wollen die US-Streitkräfte zusammen mit Südkorea und Japan ein Seemanöver veranstalten. An der Übung von Donnerstag bis Freitag in internationalen Gewässern südlich der koreanischen Halbinsel sollen auch Zerstörer und Schiffe zur Logistikunterstützung teilnehmen, wie das Verteidigungsministerium in Seoul am Donnerstag mitteilte. Zweck der Übung sei es, die Zusammenarbeit für die Katastrophenhilfe und künftige Aktivitäten zur Seesicherheit zu stärken.
Die USA halten seit 2008 gemeinsame Seeübungen mit ihren beiden ostasiatischen Verbündeten ab. Direkt im Anschluss an das trilaterale Manöver wollen die USA außerdem mit der südkoreanischen Marine im Gelben Meer eine bilaterale Übung beginnen. Den Angaben zufolge soll das alljährliche Manöver auch Übungen zur U-Boot-Abwehr für den Fall eines nordkoreanischen Angriffs auf See umfassen. Das US-Verteidigungsministerium kündigte das dreitägige Manöver als "Routineübung" an.
Nordkorea hatte zuletzt seinen Ton gegen Südkorea wieder verschärft. Unter anderem drohte die Volksarmee des kommunistischen Landes damit, Medienhäuser in Seoul zu bombardieren. Hintergrund war die kritische Berichterstattung südkoreanischer Medien über eine Massenveranstaltung in Pjöngjang für Schulkinder. Der Befehlshaber der US-Streitkräfte in Südkorea, James Thurman, hatte zuletzt nach eigenen Angaben beim Pentagon mehr Kampf- und Aufklärungshubschrauber sowie eine Verstärkung der Flugraketenabwehr angefordert.
Im April provozierte Pjöngjang mit einem Raketentest, der allerdings scheiterte: Nach Angaben Nordkoreas sollte die Rakete einen Satelliten ins All befördern. Der Westen und Südkorea hatten dagegen befürchtet, es könne sich um einen militärischen Test handeln. Der Flugkörper war wenige Sekunden nach dem Start ins Meer gestürzt - die geplante Demonstration der Stärke endete im Fiasko.