USA Republikanischer Senator fordert Rückzug Rumsfelds
Biloxi - Rumsfeld ist in den USA ins Kreuzfeuer der Kritik geraten, nachdem er bei einem Truppenbesuch im Irak-Nachbarland Kuweit in der vergangenen Woche von Angehörigen der US-Armee scharf kritisiert worden war. Mehrere Soldaten hatten sich bei ihm darüber beschwert, dass ihre Kampfausrüstung - vor allem Panzerfahrzeuge - mangelhaft seien.
Senator Lott nahm diese Kritik am Mittwoch bei einer Veranstaltung in Biloxi im US-Bundesstaat Mississippi auf. Die USA müssten mehr Soldaten zur Sicherung des Wahlprozesses in den Irak schicken und zugleich ein Konzept für deren Abzug nach der Abstimmung im Januar haben, forderte er. Er denke nicht, dass Rumsfeld der richtige Mann für die Umsetzung dieses Plans sei. "Ich würde gerne eine Änderung in diesem Amt im kommenden Jahr sehen", sagte der ehemalige Senatsmehrheitsführer. "Ich fordere nicht seinen Rücktritt, aber ich denke, wir werden irgendwann einen Wechsel haben müssen."
Am Montag hatte bereits ein anderer prominenter republikanischer Senator, John McCain, erklärt, er habe kein Vertrauen mehr in Rumsfeld. Er kritisierte, dass Rumsfeld die Truppen in Irak nicht verstärkt habe. Auch McCain forderte allerdings nicht direkt den Rücktritt des Verteidigungsministers.
In Washingtoner Kongress-Kreisen war die erneute Nominierung Rumsfelds für die zweite Amtszeit von Präsident George W. Bush nach dessen Wahlsieg zum Teil mit Unverständnis quittiert worden. Manche Beobachter vermuten, Bush wolle Rumsfeld zwingen, seine Fehler bei der Organisation des Irak-Einsatzes selbst wieder auszubügeln. Andere meinen, dass der Präsident Rumsfeld noch die Chance geben will, seinen ramponierten Ruf durch künftige Erfolge im Irak wieder herzustellen.