USA Wer wird die nächste First Lady?
Washington - Treusorgende Ehefrau und Mutter, an karitativen Aufgaben interessiert, häuslich, zurückhaltend. Das waren die wichtigsten Attribute, die Präsidentenfrauen in den vergangenen zweihundert Jahren mit ins Weiße Haus bringen mussten und fast alle First Ladys hielten sich daran. Doch dann kam Hillary Rodham Clinton. Aggressiv drängte sie sich in den Vordergrund, mischte sich in die Arbeit ihres Gatten Bill ein, und wurde er angegriffen - egal ob zu Recht oder zu Unrecht -, verteidigte sie ihn wie eine Löwin.
Eine Überraschung war ihr Verhalten nicht, denn schließlich hatten die Clintons im Wahlkampf vor acht Jahren mit dem Slogan geworben: "Buy one, get two", (bezahle für einen, erhalte zwei). Nun geht die Ära Clinton zu Ende, eine Vorentscheidung über den möglichen Nachfolger und die künftige First Lady könnte schon in der kommenden Woche fallen, wenn im Bundesstaat Iowa die ersten parteiinternen Primaries stattfinden.
Zumindest eins ist jetzt schon sicher: Eine zweite Hillary wird es nicht geben. Denn so unterschiedlich die Gattinnen der vier aussichtsreichsten Kandidaten auch sind, sie ähneln sich zumindest in einem Punkt: Sie treten als Politiker-Ehefrauen auf, nicht als Politikerinnen. Alle vier - Laura Bush, Cindy McCain, Tipper Gore und Ernestine Bradley spielen die Rolle der "unterstützenden, ergebenen Ehefrau mit Bravour" ("Independent News").
Auf der Seite der Demokraten: Tipper Gore, mitunter zotig, gegen Ernestine Bradley, deutschstämmige Literaturprofessorin
In den Reihen der Republikaner geht es häuslicher zu: Laura Bush, texanische Supermutter, gegen Cindy McCain, Arizonas soziale Senatorengattin