Venezuela: Erneut Tote bei Protesten gegen Nicolás Maduro - DER SPIEGEL
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Venezuela Erneut Tote bei Protesten

Mindestens zwei Menschen sind bei Demonstrationen in Venezuela ums Leben gekommen. Regierung und Opposition machten sich jeweils für einen Toten verantwortlich.
Proteste in Caracas
Proteste in Caracas

Proteste in Caracas

Foto: FEDERICO PARRA/ AFP
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Seit Wochen protestieren Zehntausende Menschen in Venezuela gegen die Regierung von Präsident Nicolás Maduro. Nun sind am Montag bei blutigen Auseinandersetzungen im Westen des Landes mindestens zwei weitere Menschen ums Leben gekommen.

Laut des Menschenrechtsbeauftragten der Regierung, Tarek William Saab, wurde in Mérida ein Mitarbeiter der örtlichen Verwaltung durch einen Schuss in den Hals getötet. Er hatte an einer Demonstration für Maduro teilgenommen, vier Personen seien dort zudem schwer verletzt worden. Saab machte die Opposition für die Tragödie verantwortlich. In der Stadt Barinas starb mindestens ein Mann durch Schüsse, hier machte die Opposition wiederum Motorradbanden der regierenden Sozialisten verantwortlich.

Seit Ausbruch der Proteste Anfang April starben damit mindestens 24 Menschen - zwölf bei Demonstrationen und zwölf weitere bei Unruhen und Plünderungen in Caracas.

In der Hauptstadt verlief eine Massenkundgebung am Montag weitgehend friedlich. Gefordert wurden freie Wahlen, die Freilassung von politischen Gefangenen, eine Achtung des von der Opposition seit dem Wahlerfolg 2015 dominierten Parlaments und eine bessere Versorgung der Menschen mit Lebensmitteln und Medizin. Das Land mit den größten Ölreserven leidet unter Hyperinflation und einer tiefen Versorgungskrise.

Auch Blockaden der wichtigsten Straßen im ganzen Land verliefen weitgehend friedlich. Staus blieben aus, da die meisten Autofahrer auf andere Straßen auswichen oder auf nicht notwendige Fahrten verzichteten. Oppositionsführer Henrique Capriles kündigte eine Fortsetzung der Proteste an, bis Maduro "die Verfassung respektiert und seinen Staatsstreich beendet".

Die Stimmung in Venezuela ist seit Wochen äußerst angespannt. Die Regierungsgegner mobilisierten ihre Anhänger seit dem 1. April zu mehreren Großkundgebungen gegen Maduro, die immer wieder in Gewalt zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten ausarteten. Anhänger Maduros gingen ihrerseits massenhaft auf die Straße. Beide Seiten machen sich gegenseitig für die Gewalt verantwortlich.

max/dpa/AFP