Vietnam: Dissidenten droht Todesstrafe - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Prozess in Vietnam 22 Dissidenten droht die Todesstrafe

In Vietnam wird eine Gruppe von Aktivisten beschuldigt, den Sturz der kommunistischen Regierung geplant zu haben. Im nun begonnenen Prozess droht den Angeklagten die Todesstrafe. Hanoi geht seit Monaten immer härter gegen Dissidenten vor.
Plakat des vietnamesischen Revolutionärs Ho Chi Minh: Keine Gnade für Dissidenten
Plakat des vietnamesischen Revolutionärs Ho Chi Minh: Keine Gnade für Dissidenten

Plakat des vietnamesischen Revolutionärs Ho Chi Minh: Keine Gnade für Dissidenten

Foto: © Nguyen Huy Kham / Reuters/ REUTERS
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hanoi - Bürgerrechtler in Vietnam sprechen vom größten politischen Prozess seit Jahren: 22 Aktivisten haben angeblich die kommunistische Regierung provoziert und müssen sich vor Gericht im Süden des Landes verantworten.

Die Gruppe ist staatlichen Medien zufolge angeklagt, regierungskritische Papiere verbreitet zu haben. In der Anklage ist es so formuliert: Die Dissidenten hätten Misstrauen gegen die Kommunistische Partei säen und andere zum Sturz der Regierung anstacheln wollen. Sie sind zudem angeklagt, Mitglieder einer politischen Organisation zu sein und dafür Geld aus dem Ausland erhalten zu haben.

Nguyen Tan Xe, der Vater eines Aktivisten, sagte dem vietnamesischen Dienst von Radio Free Asia, die Organisation Hoi Dong Cong An Bia Son setze sich lediglich für Moral und gute zwischenmenschliche Beziehungen ein. Die Gruppe wurde in den sechziger Jahren als religiöse Vereinigung gegründet. Die Kommunisten lösten sie nach dem Fall von Saigon - später in Ho Chi Minh City umbenannt - im Jahr 1975 auf.

Das Gericht in der Stadt Phu Yen wollte innerhalb von fünf Tagen ein Urteil fällen, sagte ein Sprecher.

Vietnam geht seit Monaten verschärft gegen Dissidenten vor. Vor wenigen Wochen wurden 14 Aktivisten zu Gefängnisstrafen von bis zu 13 Jahren verurteilt.

kgp/dapd/dpa