Wachstumsprognose Spanische Wirtschaft schrumpft
Rückfall in die Rezession: Spaniens neuer Wirtschaftsminister de Guindos
Foto: Ballesteros/ dpaMadrid - Die Wirtschaftskrise hat Spanien wieder eingeholt. Sowohl im laufenden als auch im kommenden Quartal werde die Wirtschaft schrumpfen, gab die neue Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy am Montag bekannt. Wirtschaftsminister Luis de Guindos vermied das Wort Rezession und sprach stattdessen von einem "negativen Wachstum" von 0,2 bis 0,3 Prozent für das laufende Quartal. In den ersten drei Monaten des neuen Jahres werde die Wirtschaftsleistung ebenfalls sinken, sagte de Guindos.
Spaniens Volkswirtschaft - die viertgrößte der Eurozone - hatte gerade erst eine zweijährige Rezession überstanden. Das Bruttoinlandsprodukt des Landes war 2009 um 3,7 Prozent geschrumpft, 2010 um 0,1 Prozent. Anfang 2011 hatte die Wirtschaftsleistung wieder leicht zugelegt: Im ersten Quartal stieg sie um 0,4 Prozent, im zweiten Quartal um 0,2 Prozent. Danach kam das Wachstum jedoch wieder zum Erliegen.
Nun droht der Rückfall in die Rezession: "Wir dürfen uns keine Illusionen machen: Die nächsten beiden Quartale werden, was Wachstum und Arbeitsplätze angeht, nicht leicht", sagte de Guindos. Das Land sitzt auf einem gewaltigen Schuldenberg, Spanien hat zudem mit 21 Prozent die höchste Arbeitslosenquote in der EU.
Die neue spanische Regierung unter dem konservativen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy hatte am Donnerstag ihre Arbeit aufgenommen - und schon im Vorfeld drastische Sparmaßnahmen angekündigt. Spanien hat den anderen EU-Staaten zugesagt, das Haushaltsdefizit von 9,3 Prozent des BIP 2010 auf 4,4 Prozent im kommenden Jahr und dann ab 2013 wieder auf höchstens drei Prozent zu drücken.