Waffenschmuggel: USA sehen Beweise gegen Arafat - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Waffenschmuggel USA sehen Beweise gegen Arafat

Israel soll "zwingende Beweise" vorgelegt haben, die besagen, dass Palästinenser-Präsident Jassir Arafat von dem Waffenschmuggel wusste, der vor einer Woche im Roten Meer aufgeflogen war. Dies verlautet aus dem US-Außenministerium. Die USA halten die israelische Version offenbar für glaubhaft.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Washington – Ein hoher Beamter des US-Außenministeriums sagte, es sei klar, dass ranghohe Personen in der palästinensischen Autonomiebehörde und der Fatah-Organisation in dem Schmuggel verwickelt seien. Nach den vorliegenden Informationen aus Israel liege stark nahe, dass Arafat selbst von der Sache gewusst habe.

Man verlange eine sofortige und eindeutige Erklärung zu diesem Vorfall. Die US-Regierung sei der Auffassung, dass sich Arafat von den Teilen der Fatah-Organisation trennen solle, die an der Affäre beteiligt seien.

Der Palästinenser-Präsident hat nach Angaben des Außenministeriums eine Verwicklung in den Fall bestritten. US-Außenminister Colin Powell hatte Arafat gestern daran erinnert, dass die USA den Vorfall sehr ernst nähmen. Die Waffenlieferung trage zu einer weiteren Eskalation der Gewalt bei.

Die israelische Marine hatte in der vergangenen Woche ein Schiff mit mindestens 50 Tonnen Waffen und Munition vor der Küste Sudans entdeckt. Die Lieferung war offenbar für den Gaza-Streifen bestimmt. Der Kapitän gab in israelischer Haft zu, dass er für die Autonomiebehörde arbeite. Er hatte ausgesagt, ein PLO-Vertreter sei Auftragsgeber der Waffenlieferung gewesen.

Unterdessen teilte die Palästinenser-Organisation Hamas mit, der gestrige Anschlag auf einen israelischen Militärposten sei die Vergeltung für die Ergreifung des Waffenschiffes gewesen. Bei dem Angriff waren sechs Menschen getötet worden, darunter vier israelische Soldaten.