Wahl in Ägypten: Mubarak klar vorne - DER SPIEGEL
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Wahl in Ägypten Mubarak klar vorne

Bei der Präsidentenwahl in Ägypten liegt Amtsinhaber Husni Mubarak deutlich in Führung. Mit einem Endergebnis wird aber erst am Samstag gerechnet.
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Kairo - Auf Mubarak entfielen mindestens 70 Prozent, hieß es aus Kreisen der Wahlkommission nach Auszählung von rund der Hälfte der Wahlkreise. Den Rest der Stimmen teilten sich vor allem seine beiden stärksten Herausforderer, Aiman Nur von der Al-Ghad-Partei und Noaman Gomaa von der ältesten politischen Organisation Ägyptens, Wafd.

Viele Menschen in Ägypten aber war die Tatsache, nach vielen Jahren überhaupt wieder eine Wahl zwischen mehreren Kandidaten zu haben, wichtiger als die Wahl selbst. Besondere Bedeutung wurde deshalb der Wahlbeteiligung beigemessen. Konkrete Zahlen dazu lagen zunächst nicht vor. Informationsminister Anas al-Fiki, der sich kurz nach Schließung der Wahllokale am Mittwochabend äußerte, sagte nur, die Wahlbeteiligung sei so hoch gewesen wie noch nie.

Für die Abstimmung ließen sich 32,5 Millionen der 72 Millionen Einwohner registrieren. Nach Einschätzung der Behörden gingen von ihnen rund 30 Prozent zur Wahl. Das sei auch das angestrebte Ziel gewesen. Unabhängige Beobachter erwarteten eine niedrige Beteiligung. Ein Grund dafür dürfte die fehlende demokratische Tradition in Ägypten sein. Mubarak, 77, regierst das Land seit 1981.

Seine Regierung hatte zwar eine faire Abstimmung versprochen, Vertreter von Oppositionsparteien, Menschenrechtsgruppen und ägyptische Bürger berichteten der Nachrichtenagentur AP aber über Druck und Einschüchterungen von Seiten der Wahlhelfer. Diese hätten in Luxor und anderen Orten Wähler angewiesen, Mubarak zu wählen. In Kairo und Alexandria hätten Mitglieder der regierenden Nationaldemokratischen Partei Wählern Lebensmittel geboten, wenn sie Mubarak wählen.

Die Regierung spielte die Bedeutung dieser Berichte herunter. Sie änderten nichts daran, dass die Wahl, die erste mit mehreren Kandidaten, ein großer Schritt in Richtung Demokratie gewesen sei. Die Wahl sei eine Erfahrung gewesen, "auf der wir aufbauen können, für eine Zukunft mit mehr Freiheit und mehr Demokratie in der ägyptischen Gesellschaft", sagte al-Fiki.

Mariam Fam, AP