Westafrika Armee befreit 19 Geiseln im Nigerdelta
Nigerianische Rebellengruppe Mend (Archivbild): Lukrative Entführungen im ölreichen Land
Foto: epa George Esiri/ picture-alliance/ dpaLagos - Der kanadische Außenminister Lawrence Cannon war erfreut: Er sei "äußerst erleichtert" über die Befreiung des kanadischen Staatsbürgers, der im Nigerdelta entführt worden war. Neben dem Kanadier hatten Rebellen zwölf nigerianische Ölarbeiter, zwei Amerikaner, zwei Franzosen und zwei Indonesier verschleppt. Die Entführungsopfer hatten auf einer Ölförderanlage gearbeitet.
In einer koordinierten Aktion zu Lande, im Wasser und aus der Luft befreite die nigerianische Armee am Mittwoch die 19 Geiseln. Der Einsatz sei ohne Verluste auf Seiten der Streitkräfte sowie unter den Geiseln verlaufen, berichtete der britische Sender BBC aus Lagos. Über eventuelle Opfer in den Reihen der Rebellen wurden keine Angaben gemacht.
Die Rebellenbewegung für die Befreiung des Niger-Deltas (Mend) kämpft für eine höhere Beteiligung der Bevölkerung des Deltas an den Einnahmen aus der Öl- und Gasförderung in der rohstoffreichen Region. Mit Überfällen und Entführungen hat sie seit 2006 eine Drosselung der nigerianischen Ölförderung um fast ein Drittel bewirkt und dem Land schweren wirtschaftlichen Schaden zugefügt.
In der ölreichen Region im Nigerdelta werden immer wieder Ausländer und Einheimische entführt. Die meisten von ihnen kommen nach kurzer Zeit wieder frei, allerdings oft erst nach Zahlung eines Lösegelds. Erst vor einer Woche waren drei Franzosen freigekommen, die auf einem Versorgungsschiff auf einem Ölfeld vor der nigerianischen Küste gearbeitet hatten und entführt worden waren.