Westjordanland Bombe explodiert an israelischem Checkpoint
Jerusalem - Bei dem Anschlag wurden zwei Palästinenser in ihren Autos getötet. Zudem seien sieben israelische Polizisten und mindestens sechs Palästinenser verletzt worden, berichteten Notarzthelfer und ein palästinensisches Krankenhaus. Zu der Tat bekannten sich nach israelischen Angaben die Aksa-Brigaden der Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Jassir Arafat.
Die Umstände des Anschlags deuteten auf ein palästinensisches Selbstmordattentat hin, ohne dass dies offiziell bestätigt wurde. Die Polizei hatte die Kontrollstelle auf der Strecke von Ramallah nach Jerusalem wegen einer Terrorwarnung eingerichtet. Der Sprengsatz wurde gezündet, als Polizisten einen Wagen überprüfen wollten. Ein ranghoher israelischer Polizist sagte, die Bombe sei offenbar für einen Anschlag in Jerusalem bestimmt gewesen.
Nach einem Bericht des israelischen Rundfunks waren die Streitkräfte bereits eine Stunde vor dem Anschlag in Alarmbereitschaft versetzt worden. Das Fahrzeug habe sich dem Kontrollpunkt Kalandia genähert und sei explodiert, erklärten palästinensische Sicherheitskräfte. Über den Checkpoint verläuft fast sämtlicher Verkehr zwischen Jerusalem und Ramallah im Westjordanland. Fünf Fahrzeuge seien beschädigt worden, hieß es. Eine Blutlache war zu sehen, Feuerwehrleute löschten ein brennendes Auto, schwarzer Rauch stieg auf.
Mehrere Dutzend Krankenwagen waren zunächst zum Ort der Explosion gerast, fuhren eine halbe Stunde später aber wieder ab. Rettungskräfte hatten zwischenzeitlich von einer zweiten Explosion berichtet. Sicherheitsbeamte stellten später klar, dass nur eine Bombe detonierte.
Israelische Soldaten stießen heute mit Panzern und der Unterstützung von Kampfhubschraubern nach Chan Junis im südlichen Gaza-Streifen vor. Nach palästinensischen Angaben wurden mindestens zwölf Menschen verletzt, als ein Hubschrauber eine Rakete abfeuerte.
Die EU-Kommission warf Israel unterdessen eine rücksichtslose Missachtung des Lebens von Palästinensern vor und sagte diesen weitere Gelder zu. "Im Laufe der letzten vier Jahre zerstörten Bulldozer der israelischen Streitkräfte im Gaza-Streifen die Häuser von über 22.000 Menschen, von denen mehr als 15.000 in Rafah lebten", erläuterte die EU-Kommission.
Außenminister Colin Powell sieht in Arafat keinen wirkungsvollen Gesprächspartner für den Frieden und zeigte sich von ihm enttäuscht. Fortschritte im Nahost-Friedensprozess werde es deshalb nur mit einem palästinensischen Ministerpräsidenten geben, der wirkliche Macht habe und von der internationalen Gemeinschaft einschließlich Israels als verantwortlicher Partner für den Frieden angesehen werde, sagte Powell. Außerdem müsse der Terror beendet werden.