Zypern-Referendum: Uno will Büro schließen - DER SPIEGEL
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Zypern-Referendum Uno will Büro schließen

Die Entscheidung der griechischen Zyprer gegen eine Wiedervereinigung mit dem türkischen Nordteil der Insel ist international auf Unverständnis gestoßen. Die Uno will ihre Bemühungen einstellen, die EU-Kommission sagte der türkischen Bevölkerung finanzielle Hilfe zu.
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Nikosia - "Der politische Schaden ist groß", sagte EU-Erweiterungskommissar Günter Verheugen gestern abend in der ARD. "Es liegt jetzt ein Schatten über dem Beitritt Zyperns" sagte Verheugen. Nach dem Volksentscheid, bei dem die griechischen Mehrheit der Inselbevölkerung mit 76 Prozent gegen eine Wiedervereinigung gestimmt hatten, wird vom 1. Mai an nur der griechische Südteil der Insel zur EU gehören. Im türkischen Norden waren dagegen 65 Prozent für ein Zusammengehen der beiden Teile.

Verheugen bekräftigte, die EU werde nach Wegen suchen, den international isolierten türkischen Teil Zyperns bei seiner wirtschaftlichen Entwicklung zu unterstützen. Nach dem Scheitern des Plans erwarte er allerdings keine neue Initiative zur Wiedervereinigung der Mittelmeerinsel, sagte Verheugen weiter. Er habe diese Frage mehrfach mit Uno-Generalsekretär Kofi Annan erörtert. "Mein Eindruck ist: Es wird keine neue Initiative der Vereinten Nationen geben." Er sehe auch keine weiteren Kompromissmöglichkeiten mehr. "Das was auf dem Tisch liegt, ist das beste mögliche Ergebnis."

Der Zypern-Beauftragte der Vereinten Nationen, Alvaro de Soto, kündigte nach dem negativen Ausgang des Referendums an, dass er sein Büro auf der Mittelmeerinsel schließen werde.

Auch Bundesaußenminister Joschka Fischer bedauerte die Ablehnung des UN-Plans im griechischen Teil Zyperns. Der Süden der Mittelmeerinsel habe "die große Chance zur Wiedervereinigung nicht ergriffen", erklärte Fischer. Er kündigte an, dass die EU-Außenminister das Abstimmungsergebnis am Montag erörtern würden.

Der Sprecher des US-Außenministeriums, Richard Boucher, erklärte, die USA seien enttäuscht über den Ausgang des Referendums im griechischen Teil Zyperns. "Wir loben jedoch alle, die den Plan gebilligt haben - insbesondere die Mehrheit der türkischen Zyprer - für ihren Mut und ihr Votum für Frieden und Versöhnung."

Die EU, die Uno und die USA hatten sich massiv für eine Annahme des Plans in den beiden getrennten Referenden eingesetzt. Die griechische Seite kritisierte jedoch Gebietsverluste und den künftigen Einfluss der Türkei auf die Geschicke der Insel. Zypern ist seit der türkischen Invasion in den Nordteil im Jahr 1974 geteilt.