AUSSENSEITER
(Nr. 8/1969, Peter Brügge über die Krupp-Hochzeit)
In dem Artikel von Peter Brügge über die Hochzeit des Krupp-Erben Arndt von Bohlen steht, daß auch Schnorrer anwesend waren. Der Ordnung halber teile ich Ihnen mit, daß ich nicht dabei war.
München POLDI WARASCHITZ
Schnorrerkönig
Als ehemaliger »Kruppianer« drängt es mich, Stellung zu nehmen. Ich finde, der Bericht über die Krupp-Hochzeit ist ein -- wenn auch verzerrtes -- zeitgenössisches Spiegelbild des sozialen Taktgefühls der high snobiety. Erfreulich nur, daß der sogenannte Ruhrindustrie-Adel sich durch Teilnahmeverzicht hiervon deutlich distanzierte!
Osnabrück JOACHIM RUNGE
Ihre Glosse von der Krupp-Hochzeit klingt an die großen Artikel von E. E. Kisch »Das Nest der Kanonenkönige: Essen« und »Generalversammlung der deutschen Schwerindustrie« an.
Brixlegg (Österreich) PETER HAMBERGER
Sie haben natürlich recht: wie sonst denn als süffisante Glosse ließe sich diese »Hochzeit« beschreiben. Und doch scheint mir die ganze Affäre einer gewissen menschlichen Tragik nicht zu ermangeln. Denn was sonst kann den jungen Halbach, von dessen Veranlagung allmählich jedermann weiß, veranlaßt haben, eine solche Verbindung einzugehen, wenn nicht die Furcht vor der Gesellschaft, die eben die Außenseiter nun einmal nicht zu tolerieren fähig ist? Wie stark dieser Zwang sein muß, zeigt gerade dieser Fall besonders deutlich, da es sich doch hier um einen Menschen handelt, dem infolge seiner finanziellen Unabhängigkeit die Meinung der Leute ziemlich wurscht sein könnte.
Düsseldorf R. SCHMALLENBERG
und freue ich mich, mein bescheidenes Scherflein für die Jahres-Apanage dieses Industriellen-Sprosses beigetragen zu haben, indem mein Werk, Konzernbetrieb des Krupp-Kolosses, mich mit der Begründung der erforderlichen Rationalisierungsmaßnahmen nach zehnjähriger Tätigkeit mit 52 Jahren kurzerhand auf die Straße setzte.
Viernheim (Hessen) HANS-JOCHEN BORMANN
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