Aussicht - DER SPIEGEL
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Aussicht

• aus DER SPIEGEL 38/1950
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Ungarns Rajk- und Bulgariens Kostoff-Prozeß sollen nun auch über sowjetzonale Bühnen gehen. Schauprozeß-Regisseurin Hilde Benjamin, Vizepräsidentin des Obersten Gerichts der Sowjetzone, und SED-Oberkontrolleur Hermann Matern schreiben schon an der Dramaturgie. Noch im Oktober sollen in einer Gala-Monstre-Vorstellung den aufgeputschten Massen die aus der Partei verstoßenen führenden Funktionäre Paul Merker, Willy Kreikemeyer, Lex Ende, Bruno Goldhammer und Maria Weiterer (siehe »SPIEGEL« Nr. 36) vorgeführt werden.

»Die Ausgestoßenen sind alle Verbrecher«, beschimpfte Heinrich Mosler, Vorsitzender der Landespartei-Kontrollkommission Brandenburg, seine einst in die falsche Richtung - nach West - emigrierten KP-Genossen. Für die SED ergäbe sich aus dem Fall Merker und Konsorten die gleiche Aussicht wie für die ungarischen und bulgarischen Genossen im Rajk- und Kostoff-Prozeß: die Aussicht auf den Galgen.

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