Axel Springer - DER SPIEGEL
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Axel Springer

• aus DER SPIEGEL 10/1958
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Axel Springer, 45, Zeitungsverleger, berichtete am vorletzten Montag in seinem Hamburger Verlagshaus vor 100 Mitgliedern des Deutschen Presseklubs Hamburg, die von weißbehandschuhten Dienern in grüner Livree (Springers »Hamburger Abendblatt« führt die Hausfarben Grün-Weiß) bedient wurden, über ein Erlebnis, das ihm den Anstoß zu seiner Moskau-Reise gegeben habe: Als er am 31. Dezember 1957 mit seiner Ehefrau (der Dressurreiterin Rosemarie Springer) zur Silvesterfeier in Westberlin wär, habe es ihn abends auf, die Straße gezogen. Am Brandenburger Tor habe er in gespenstischem Mondlicht einen doppelamputierten Kriegsteilnehmer in einem kleinen Gefährt über den Platz rollen sehen. Schlagartig sei ihm das deutsche Elend bewußt geworden. Er habe heftig geweint, nicht Silvester gefeiert und am übernächsten Tag beim sowjetischen Botschafter in Bonn ein sowjetisches Visum beantragt.

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