Basisnah - DER SPIEGEL
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Briefe

Basisnah
• aus DER SPIEGEL 44/1973
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Basisnah

(Nr. 43/1973, Panorama)

Mit Verwunderung habe ich Ihre Notiz »DGB in Kandidaten-Sorge« gelesen. Sie behaupten, daß Vertreter des DGB für eine Beschränkung der Mitbestimmungsregelung allein für Größtunternehmen eingetreten seien, da sie Sorge hätten, die Aufsichtsratssitze zu besetzen. Das ist ein Meisterstück journalistischer Phantasie. Weder der DGB noch Repräsentanten der Gewerkschaften haben jemals eine derartige Äußerung getan -- auch nicht bei einem Mittagessen mit dem Bundeskanzler. Im Gegenteil: Der DGB hält nach wie vor an seinen Größenkriterien für die Mitbestimmungsregelung fest. Wir haben nicht die geringste Sorge, genug qualifizierte Kollegen in die Aufsichtsräte entsenden zu können.

Desgleichen trifft die Behauptung nicht zu, der DGB befürchte eine weitere Entfremdung von der »Basis«, wenn seine Vertreter in die Aufsichtsräte einzögen. Nach derartigen »Entfremdungserscheinungen« zu suchen ist offensichtlich eine neue Masche der Mitbestimmungsgegner. Keine Sorge: Der Willensbildungsprozeß und Zusammenhalt zwischen Mitgliedschaft und gewählten Vertretern innerhalb der Gewerkschaften ist unverändert eng und gut. Das wird sich unter der qualifizierten Mitbestimmung höchstens noch verbessern können.

Alles in allem drängt sich mir der Eindruck auf, daß der SPIEGEL bemüht ist, Sand ins Getriebe einer Mitbestimmungsregelung zu streuen. Noch dazu mit Falschmeldungen. Man fragt sich unwillkürlich, wessen Geschäft damit betrieben wird?

Frankfurt HEINZ OSKAR VETTER Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes

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