AM RANDE Bei Frauen ist Schluss
Nicolas Sarkozy hat gesagt, dass es ernst sei mit ihm und Carla Bruni, dem Supermodel. Sie ist schon bei ihm eingezogen, wahrscheinlich werden sie bald heiraten. Alles könnte gut sein, Frankreich könnte stolz sein auf seinen Präsidenten, aber so ist es nicht. Die Opposition beschwert sich, das Volk ist stinksauer, und Saudi-Arabien will nicht, dass Sarkozy seine Freundin zum Staatsbesuch mitbringt. In Wahrheit sind alle nur neidisch. Als erster Spitzenpolitiker hat Sarkozy sich ein Supermodel genommen, die Schönste unter den Frauen seines Landes. Das ist so, als wenn Frau Merkel demnächst das Model Marcus Schenkenberg heiraten würde. Man kannte so was bislang nicht von hohen Politikern. Ihre Frauen sahen aus wie Barbara Bush, Wiktorija Breschnew oder Roswitha Beck, ziemlich volksnah. Eigentlich gilt in der Berufswelt die Faustregel: Je höher man klettert, desto schöner wird die Frau. Das funktionierte bei Fußballprofis wie bei Managern, bei Rudi Völler wie bei René Obermann. Nur bei Politikern funktionierte es nicht. Wenn ein Politiker Karriere macht, verbessert sich alles: der Dienstwagen, das Essen, die Weine, nur die Frau nicht. Schuld war der Bürger. Er akzeptiert viel, die Autos, die Reisen, die Diäten, die Interviews - aber bei den Frauen ist Schluss. Die Frau muss die alte bleiben, volksnah, eine Frau, wie sie ein jeder hat. Ein Basismodell, kein Supermodel. Das war der Deal. Oder die Strafe. Wenn in Deutschland doch mal jemand den Wechsel wagte, suchte er nicht bei den Supermodels. Er nahm sich entweder eine Pressereferentin vom Reifenhersteller Continental (Christian Wulff) oder eine Journalistin vom »Focus« (Gerhard Schröder). Sarkozy hat dieses System reformiert, er hat die große Lösung gewählt. Er hat auch nicht lange gefackelt. Kennenlernen, Pyramiden zeigen, Hochzeit planen. Fertig. Er ist da anders als Horst Seehofer. Der Fall Bruni erklärt, warum Frankreich so erfolgreich ist auf der Weltbühne. Frankreich sitzt im Weltsicherheitsrat und wir nicht. Frankreich hat Flugzeugträger, Atombomben und bald auch noch ein Supermodel als First Lady. Und wir haben Joachim Sauer - den Mann von Frau Merkel.