Beigabe - DER SPIEGEL
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Beigabe

• aus DER SPIEGEL 47/1954
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Nach sechsmonatigen Verhandlungen mit dem Vatikan ist es Franco gelungen, sich eines seiner schärfsten Gegner in Spanien, des Kardinal-Erzbischofs von Sevilla, Segura, zu entledigen. Kardinal Segura war als Monarchist alten Stils ein erbitterter Gegner der Falange. Er widersetzte sich im vergangenen Jahr dem Abschluß des Konkordats zwischen Spanien und der Kurie und bekämpfte das spanisch-amerikanische Hilfsabkommen. Den Staatschef Franco provozierte er häufig und unverhohlen, zuletzt bei der Eröffnung der Marien-Feierlichkeiten in Saragossa am 7. Oktober, die er unmittelbar nach der von ihm gefeierten Eröffnungsmesse verließ, um eine Begegnung mit dem kurz darauf eintreffenden Caudillo zu vermeiden. Am 6. November wurde nun bekanntgegeben, daß der Bischof von Vitoria, José Maria Bueno, dem Kardinal als Koadjutor mit dem Recht der Nachfolge beigegeben worden ist. Ein bischöflicher Koadjutor wird für gewöhnlich bestellt, wenn das kirchliche Oberhaupt einer Diözese körperlich oder geistig nicht mehr in der Lage ist, seine Pflichten auszuüben. Da Kardinal Segura trotz seiner 74 Jahre noch frisch genug ist, um beispielsweise Luftreisen nach Rom zu unternehmen, ist die Bestellung des Koadjutors als politische Maßnahme des Vatikans zur Neutralisierung der Spannungen zwischen Franco und dem Erzbischof von Sevilla gedeutet worden. Der Koadjutor hat unmittelbar nach seiner Bestellung das Domkapitel einberufen und anschließend beim Wehrkreiskommandeur, beim Regierungspräsidenten und beim Oberbürgermeister von Sevilla Besuch gemacht. Segura hatte mit diesen Repräsentanten des Regimes niemals ein Wort gewechselt.

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