QUOTEN Beimer im Eimer?
Wolken über Deutschlands populärster Soap, der »Lindenstraße": Im Vergleich mit dem Sommer des vergangenen Jahres sind die Quoten von Hans W. Geissendörfers deutscher Ur-Seifenoper im Juli und August dieses Jahres deutlich gesunken. Im Wochenschnitt liegt bisweilen die viel billiger produzierte Daily Soap »Gute Zeiten, schlechte Zeiten« von RTL in der Zuschauergunst höher als die wöchentlichen Spiele um Mutter Beimer und Hausmeisterin Else Kling - so etwas hat es in der Erfolgsgeschichte der politisch ambitionierten »Lindenstraße« selten gegeben. Der nach Auseinandersetzungen mit dem gestrengen »Lindenstraße«-Übervater Geissendörfer scheidende langjährige Herstellungsleiter Joachim Christian Huth sprach in einem Abschiedsbrief an das Team der Serie von einem Verlust kreativer Persönlichkeiten hinter den Kulissen: So haben sich Autorinnen wie Maria Elisabeth Straub und Martina Borger von der Serie verabschiedet. Auch dem Fan fällt auf, wie krampfhaft sich die Serie zur Zeit um Modernisierung bemüht. Die Handlungsstränge flattern ohne spannendes Zentrum herum, in den Episoden herrscht mit der Häufung tragischen Kindestods ein Übermaß an Düsternis.