Bekennermut - DER SPIEGEL
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Bekennermut

• aus DER SPIEGEL 30/1948
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Die Ost-LDP-isten waren sehr bestürzt. Im Herbst wollten sie ihren stellvertretenden Thüringer Vorsitzenden und Landesbankpräsidenten, Dr. Alphons Gaertner, offiziell auf Wilhelm Külzens verwaisten Stuhl erheben. Gaertner hatte zögernd auch schon zugestanden, Parteivorsitzender zu werden. Die SMA war einverstanden. Da ging Dr. Gaertner außer Landes. Nach Westen. Er habe für sich keine Chance mehr gesehen, verkündete er aus dem Exil, eine selbständige Politik gegen den totalitären Kurs der SED führen zu können. Gleichzeitig legte der Weimarer LDP-Oberbürgermeister Dr. Hempel sein Amt nieder und ging der CDU-Abgeordnete Otto Broetling über die Grenze. Nicht von dannen ging Arthur Lieutenant, der derzeitige LDP-Verweser. Er ließ seinen Zentralvorstand beschließen: »Die SED hat den Boden der Blockpolitik verlassen«. Und drohte mit dem Verzicht auf die weitere Mitarbeit im Volksrat, im Volkskongreß und in den Blockausschüssen. Den Anlaß zu dieser seit langem gärenden Auseinandersetzung hatte Grotewohls SED-Vorstands-Rede gegeben, in der dieser die dominierende Rolle der SED bei der Verwirklichung des ostzonalen Wirtschaftsplans beansprucht hatte. Die erste Antwort hatte damals Brandenburgs LDP-Fraktionsvorsitzender Dr. Schneider gegeben: »Wir sind nicht gewillt, an die Stelle des Nationalsozialismus eine neue Diktatur treten zu lassen«. Auch CDU-Ex-Kaiser zollte Beifall.

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