Berlusconi ante portas - DER SPIEGEL
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KIRCH Berlusconi ante portas

• aus DER SPIEGEL 5/2003
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Im Bieterverfahren um das Erbe des Medienpleitiers Leo Kirch, das schon zu Gunsten des Hamburger Heinrich Bauer Verlags entschieden schien, gibt es immer neue Überraschungen: Nachdem Anfang voriger Woche der US-Medien-Milliardär Haim Saban in München ein verbessertes Angebot präsentieren ließ, hat auch der italienische Medienkonzern Mediaset von Silvio Berlusconi angekündigt, wieder in das Verfahren einsteigen zu wollen. Insidern zufolge soll die von den Italienern avisierte Offerte bei rund 2,3 Milliarden Euro liegen - und damit deutlich über den jeweils rund 2 Milliarden, die Bauer und Saban für die Senderkette (ProSieben, Sat.1, Kabel 1) und das Filmrechtegeschäft der insolventen KirchMedia offerieren wollen. Saban, der bei der Präsentation in München nur telefonisch zugeschaltet war, spielt derweil noch immer mit halb offenen Karten: Seine Berater signalisierten, er werde weitere Investoren ins Boot holen - eine europäische Mediengruppe sowie einen zusätzlichen Geldgeber. Bei der Mediengruppe handelt es sich nach SPIEGEL-Informationen um den französischen TV-Konzern TF1, der schon früher mit Saban in einem Konsortium aufgetreten war. Auf positive Resonanz stieß das neue Angebot des Amerikaners vor allem bei den Gläubigerbanken: Anders als Bauer will Saban in den Filmrechtehandel massiv frisches Geld investieren, bis zu 300 Millionen Euro. Im Bieterverfahren fühlt sich der Amerikaner, der im Vorfeld über die amerikanische Botschaft bei der bayerischen Regierung und im Kanzleramt antichambriert hatte, gegenüber Bauer unterdessen weiterhin benachteiligt. Sollte das neue Angebot nicht angemessen berücksichtigt werden, schließe man auch rechtliche Schritte gegenüber dem Kirch-Insolvenzmanagement nicht aus, betonen Saban-Vertraute. Denkbar sei etwa eine Schadensersatzklage. Im Heinrich Bauer Verlag gibt man sich dennoch gelassen: Das Saban-Angebot habe »für alle Beteiligten den Adrenalinspiegel erhöht«, sagt Verlagssprecher Andreas Fritzenkötter, »wir sind aber sicher, dass wir bald zu einem Abschluss kommen«.

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