Bertrand DeIanoë
Bertrand DeIanoë, 49, sozialistischer Kandidat für das Pariser Rathaus, löste mit dem Versuch, sich arm zu rechnen, penible Fragen nach seiner ökonomischen Kompetenz aus. Um sich von seinem parteiinternen Rivalen ums Bürgermeisteramt, dem exzentrischen Ex-Kulturminister Jack Lang zu distanzieren, gab der Anwärter auf das Hôtel de Ville ungebeten in einer Pressekonferenz und über Internet (www.bertrand-delanoë.org) Auskünfte über seine Immobilien: ein auf Kredit abgestottertes Apartment in Paris von kümmerlichen 57 Quadratmetern sowie ein für jährlich etwa 10 000 Mark angemietetes Haus in Tunesien. Lang hingegen nennt an der Place des Vosges im Marais, der teuersten Pariser Adresse, ein legendäres Luxusapartment sowie in der Provence ein mächtiges Anwesen sein Eigen. Hohn lachend schlug das Lang-Büro zurück: Delanoë solle nicht erklären, ,,dass er arm ist, sondern wie er das geworden ist«. Schließlich ist der Möchtegern-Bürgermeister seit 1977 wohl dotierter Pariser Stadtverordneter, mit einer Apanage entlohnter Chef der Sozialistenfraktion, gut bezahlter hoher Partei-Apparatschik sowie ein mit einem blendenden Einkommen gesegneter Senator. Da Delanoë mit einer schnellen Antwort nach dem Verbleib seiner Einkünfte nicht dienen konnte, spendete ein Lang-Sprecher Trost: Bis zu den Rathauswahlen habe der Genosse ja ,,noch über ein Jahr Frist zum Nachzählen«.