STEUERHINTERZIEHUNG Bewährung für Zumwinkel
Nach zwei Verhandlungstagen im Bochumer Landgericht steht fest, was niemanden mehr überrascht: Der frühere Post-Chef Klaus Zumwinkel wird wegen Steuerhinterziehung zu zwei Jahren Gefängnis auf Bewährung und einer Geldstrafe von einer Million Euro verknackt. Der Angeklagte habe »bewusst, akribisch und dauerhaft mit krimineller Energie« Steuern in Höhe von fast einer Million Euro hinterzogen, sagt der Richter. Die Stiftungsräte in der Steueroase Liechtenstein hätten den Sparfuchs Zumwinkel, der dort seit 1986 ein Vermögen von zuletzt 11,9 Millionen Euro versteckt hatte, nur selten und ohne Namensnennung anrufen dürfen. Auch habe er sich von seinem Chauffeur stets erst in Grenznähe abholen lassen. Als positiv für Zumwinkel wertete das Gericht hingegen dessen umfassendes Geständnis und die Tatsache, dass er für die Jahre 1997 bis 2006 über 3,9 Millionen Euro an den Fiskus nachgezahlt hat. Auch die spektakuläre Art und Weise, in der er praktisch vor laufenden Kameras festgenommen worden sei, müsse sich strafmildernd auswirken. Ende April hat das Urteil eine weitere peinliche Folge: Der frühere Post-Chef gibt das ihm 2001 verliehene Große Bundesverdienstkreuz zurück. Es hätte ihm sonst aufgrund seiner Verurteilung entzogen werden können.