Bill Viola,
45, Videokünstler, weckte mit einem Werk Beschützerinstinkte. In der Kathedrale der nordostenglischen Stadt Durham hatte Viola sein Video »The Messenger« im Rahmen einer Ausstellung vorgeführt. Das halbstündige Band, das sieben Stunden lang ununterbrochen abgespielt wird, zeigt einen nackten Mann, der aus dem Wasser auftaucht, Luft holt und wieder versinkt. Viola: »Das Werk ist eine Metapher für das Sein des Menschen und braucht hoffentlich den Vergleich mit den monumentalen Malereien und Fresken der Vergangenheit nicht zu scheuen.« Weil auch Kinder in die Ausstellung kommen könnten, riet die Polizei, das Werk durch einen Vorhang den Augen zufälliger Besucher zu verbergen. Der Dekan von Durham, John Arnold, 62, der in dem Video weder »heroische noch erotische Nacktheit« entdecken konnte, gab nach: »Es könnte ja sein, daß ein Kind, das schon mal sexuell mißbraucht worden ist, vom Anblick des nackten Mannes verstört wird.«