QUOTEN Bizzchen wenig
Wirtschaft, erkannte einst der zuständige Minister Günter Rexrodt, »findet in der Wirtschaft statt« - jedenfalls nicht im Fernsehen. Denn obwohl inzwischen jeder zehnte Deutsche Aktien besitzt, hält sich das Zuschauerinteresse an Wirtschaftssendungen nach wie vor in Grenzen. Jüngstes Beispiel: das halbstündige Pro-Sieben-Magazin »Bizz«, TV-Klon der gleichnamigen Zeitschrift aus dem Verlag Gruner + Jahr. Nur jeweils rund eine halbe Million Zuschauer wollten die beiden ersten Folgen des Wirtschaftsmagazins sehen - vorvergangenen Dienstag entsprach das einem Marktanteil von gerade mal 2,6 Prozent. Bei den 14- bis 49-Jährigen, maßgebend für den Werbezeitenverkauf, schaffte die Sendung vergangene Woche ohne Fußball-Konkurrenz immerhin 9,7 Prozent. Im Durchschnitt kommt Pro Sieben in dieser Altersgruppe allerdings auf einen Marktanteil von rund 13 Prozent; für »Bizz« hatte man sogar 14 Prozent erwartet. Auch die klassischen Wirtschaftsmagazine der Öffentlich-Rechtlichen, »Plusminus« (ARD) und »Wiso« (ZDF), erreichen längst nicht den Marktanteil, den die Sender im Durchschnitt erzielen; im Sendertrend liegen nur die »3Sat-Börse« und die n-tv-»Telebörse«.