GROSSBRITANNIEN Blamage für Blair
Obgleich die Regierung und die Führung der Labour Party mit allen Mitteln verhindern wollen, dass Ken Livingstone für das Amt des Bürgermeisters von London kandidiert, zeichnet sich dessen Sieg bei den parteiinternen Vorwahlen ab. Nach einer Untersuchung des »Guardian« liegt Ex-Gesundheitsminister Frank Dobson trotz massiver Unterstützung durch die Regierung hinter dem populären »Red Ken« Livingstone. Dies ist für Premier Tony Blair blamabel, weil er einen Vorwahlmodus durchsetzen ließ, der einzig das Ziel hatte, Livingstone auszuschalten. Statt allein durch eine Urwahl der Londoner Parteimitglieder bestimmen derzeit drei Gruppen den Kandidaten: die Londoner Abgeordneten im Unterhaus und im Europaparlament, die Gewerkschaften und die Parteibasis. Zwar liegt Livingstone bei den Parlamentariern und bei den Gewerkschaften zurück, doch bei den besonders wichtigen 50 000 wahlberechtigten Parteimitgliedern so weit vorn, dass ihm die Nominierung sicher scheint.