Bob Hawke,
64, ehemaliger Premierminister Australiens, hat sich gerächt. Jahrelang galten der Labor-Regierungschef Hawke und sein Finanzminister Paul Keating als dicke Freunde; dann aber gierte Keating nach dem Ministerpräsidenten-Job und bekam ihn auch im Jahr 1991; die Männerfreundschaft war vorbei. Jetzt schlug Hawke zurück. In seinen Memoiren, die er im August auf den Markt bringt, erscheint der Nachfolger als karrieregeiler Australien-Feind: Er wolle unbedingt Premierminister werden, habe Keating ihm anvertraut, sonst verlasse er das Land; Australien sei »der Arsch der Welt«. Keating will so etwas nie gesagt haben, doch der Liberale Senator Robert Hill erinnert sich an ähnliche Ausfälligkeiten: Der schönste Blick auf die Hafenstadt Darwin beispielsweise, habe Keating gelästert, sei »aus 12 000 Meter Höhe auf dem Flug nach Paris«. Noch wohnt Keating in Canberra.