Bodo Hombach
Bodo Hombach, 51, Verlagsgeschäftsführer, sieht sich in seinem Verdacht bestätigt, Intrigenopfer der Brüsseler Bürokratie zu sein. Der ehemalige Sonderkoordinator für den Balkan-Stabilitätspakt hatte vorigen Mittwoch in seinem Rechenschaftsbericht vor dem Berliner Bundeskabinett die Brüsseler Beamten massiv kritisiert. Der Apparat der Kommission habe von Anbeginn an versucht, den Stabilitätspakt zu behindern und sei »zum Teil nicht willens, zum anderen nicht dafür ausgelegt, die politischen Entscheidungen umzusetzen«. Der Sozialdemokrat erhielt danach vertrauliche Schreiben zugespielt, wie die Eurokraten die Kritik kontern wollten. Jonathan Faull, der Sprecher des Kommissionspräsidenten Romano Prodi, kündigte in einer internen Mitteilung an, der Kommissionspräsident werde Hombach in einem Brief an den deutschen Kanzler widersprechen. Den Brief »werden wir der deutschen Presse zuspielen«. In einem Schreiben des Bürochefs von EU-Außenkommissar Chris Patten heißt es: »Wir haben Doris Pack« - eine CDU-Europaabgeordnete, die sich in der Vergangenheit als vehemente Hombach-Kritikerin hervorgetan hatte - »instruiert, mit der Presse zu reden und uns robust zu verteidigen.« Die Abgeordnete könnte außerdem »einige Fragen zu Hombachs Ausgaben« stellen.