Bofors: Neue Enthüllungen?
Nach dem Rücktritt des indischen Außenministers Madhavsinh Solanki hat sich der Korruptionsverdacht gegenüber der regierenden Kongreßpartei verstärkt. Solanki, ein Verbündeter der Gandhi-Witwe Sonja, hatte versucht, mit einem Bittbrief die Ermittlungen der Schweizer Justizbehörden über den Verbleib illegaler Provisionszahlungen an indische Politiker hinauszuzögern. Die Eidgenossen wollen die Konten ausforschen, auf die der schwedische Rüstungskonzern Bofors 1986 - vermutlich an Mitglieder der Gandhi-Familie - hohe Bestechungsgelder für einen Waffenauftrag im Wert von 1,3 Milliarden Dollar überwies. Neue Enthüllungen sind auch aus Skandinavien zu erwarten: Vergangene Woche verjährte die Straftat nach schwedischem Recht, die Schmiergeldzahler und ihre Helfer können jetzt ohne Furcht auspacken.