Botschaft
Nachdem Alois Hundhammer in Bonn nicht endgültig klären konnte, ob die Bundesrepublik einen katholischen oder (wie bisher immer) evangelischen Botschafter zum Vatikan schicken wird, reiste der bayerische CSU-Landtagsabgeordnete Fritz von Haniel-Niethammer, Vorsitzender des christlichsozialen Bezirksverbandes Niederbayern, nach Rom. Er war vorher in der bayerischen Staatskanzlei gebeten worden, bei Vatikanstellen die Einstellung der bayerischen Regierung zur Frage eines eigenen bayerischen
Vertreters beim Heiligen Stuhl erneut vorzutragen.
Bayern legt größten Wert darauf, wieder einen eigenen bayerischen Gesandten beim Vatikan zu unterhalten, was damit motiviert wird, daß Bayern als einziges Bundesland einen eigenen Konkordatsvertrag mit der Kurie abgeschlossen hat. Dieser Vertrag wurde vom Ministerpräsidenten Heinrich Held 1925 in Rom unterzeichnet. Der heutige Papst war in den Glanzzeiten der Regierung Held vor 1933 päpstlicher Nuntius in München. Noch heute steht im Arbeitszimmer des Verlegers Dr. Dr. Josef Held in Regensburg, des Sohnes des Ministerpräsidenten, eine Palme, die der Papst 1925 Frau Held schenkte, zusammen mit einer zwei Meter hohen Kerze aus dem Petersdom.