»Botschaft für morgen«
Weil ein japanisches Elternpaar seinen Kindern nicht genügend Anschauungsmaterial über die Katastrophe zeigen konnte, ergriff es die Initiative, eine japanische Bürgerbewegung führte den Plan aus: eine Bild-Dokumentation über den Atom-Holocaust von Hiroshima und Nagasaki im August 1945. In einem landesweiten Appell bat das Bürger-Komittee um Mithilfe bei der Suche nach Photos, offiziellen, privaten, verschollenen; amerikanische Militär-Archive gaben bislang unter Verschluß gehaltene Aufnahmen dafür frei; unterstützt von Mäzenen und ehrenamtlichen Helfern wurde das Buch hergestellt und auf Subskriptions-Basis verbreitet. Mit einer Auswahl aus 4000 Photos und 2000 Zeichnungen, auf über 300 Seiten, ist »Hiroshima-Nagasaki -- A Pictorial Record of the Atomic Destruction« die bislang größte und umfassendste Bild-Dokumentation des ersten atomaren Schreckens und seiner Folgen -- dem Horror der Strahlen-Erkrankungen. Nach Übersetzungen in englisch, spanisch, esperanto erscheint nächsten Monat die deutsche Edition (zu beziehen durch: Thomas Hemstege, Hamburg, Hein-Hoyer-Straße 48; 90 Mark). Angesichts »nuklearer Arsenale, mit denen die Menschheit vielfach vernichtet werden kann«, schreiben die Herausgeber, dürfen Hiroshima und Nagasaki »nie in Vergessenheit geraten«; die Dokumentation soll »eine Botschaft für morgen« sein. Ende des Jahres wird in Hamburg eine Ausstellung der Photos und Zeichnungen gestartet, umfangreicher noch als das Buch, und dann auf Deutschland-Tournee gehen. Ein Dokumentarfilm, mit Aufnahmen der US-Luftwaffe nach dem Bomben-Abwurf, soll 1982 folgen.