BOTSCHAFTER DUCKWITZ - DER SPIEGEL
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Briefe

BOTSCHAFTER DUCKWITZ
• aus DER SPIEGEL 6/1955
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BOTSCHAFTER DUCKWITZ

(Nr. 4/1955, Bonn)

Duckwitz erklärte 1952 in einem Interview mit der Kopenhagener »Berlingske Tidende": Er (Duckwitz) sei ein Freund des nach dem Attentat auf Hitler (20. Juli 1944) hingerichteten Grafen Fritz von der Schulenburg gewesen, der ihn 1943 in Kopenhagen besucht habe. Sein Leben verdanke er der Charakterstärke des Grafen, der im Verhör durch die Gestapo nichts verraten habe.

Kopenhagen

HOLGER LAURIDSEN

Der frühere schwedische Gesandte in Kopenhagen, von Dardel, hat in seinen »Tagebüchern« über Herrn Duckwitz noch geschrieben:

Duckwitz und seine aus der Schweiz stammende Gattin mußten (in Kopenhagen) zeitweilig unter denselben Umständen leben wie dänische illegale Kreise. Er entzog sich seinen Häschern, indem er fortgesetzt das Verkehrsmittel wechselte. Er ging »unter die Erde« und mußte für längere Zeit seine Gattin in Schweden verstecken, damit sie vor den Drohungen der Nazis, sie nach Deutschland zu schicken, Ruhe hatte. Duckwitz tarnte sich nach außen so gut, daß der dänische »Freiheitssender« (in London) in einer Aufzählung gefährlicher Nazis in Dänemark auch seinen Namen nannte.

Unverständlich bleibt an der Darstellung des Gesandten von Dardel nur, wie Duckwitz unbeanstandet in der deutschen Gesandtschaft tätig sein konnte, wenn er - wie Dardel behauptet - von den Deutschen quasi verfolgt wurde.

Stockholm

LENNART ROOS

Alles in allem sollten wir uns beglückwünschen, einen Botschafter gefunden zu haben, der dem Gastland so sympathisch ist und dort mit Freuden aufgenommen wird. Außerdem verfügt Herr Duckwitz über die notwendigen diplomatischen Fähigkeiten, was man von anderen deutschen Vertretern im Ausland nicht immer behaupten konnte - denken wir nur an den Besen- und Bürstenbinder Holzapfel, immer noch deutscher Gesandter in der Schweiz.

Siegen

HANS ROCHAU

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