Hausmitteilung »Bounty« / Gaza / SPIEGEL GESCHICHTE
Hujer, Barksdale in Nellysford, Virginia
Foto: PAT JARRETT / POLARIS / Der SpiegelClaudene Christian, 42, Matrosin auf der letzten Fahrt der »Bounty«, hatte eine ganz besondere Beziehung zu dem Nachbau des legendären Seglers: Die junge Frau war eine Nachfahrin der Familie von Fletcher Christian, der 1789 die Meuterei auf der »Bounty« anführte. Als die SPIEGEL-Redakteure Samiha Shafy und Marc Hujer in Florida, Oklahoma, North Carolina und Virginia die Geschichte vom Untergang der »Bounty« recherchierten, die Ende Oktober in den Wirbelsturm »Sandy« geraten war, trafen sie, in einem Restaurant in Sallisaw, Oklahoma, auch die Mutter von Claudene Christian. Sie berichtete ihnen, wie stolz Claudene auf ihren berühmten Vorfahren war, wie zuversichtlich sie war, dem Hurrikan zu entkommen. Und sie zeigte ihnen die letzte SMS, die sie von ihrer Tochter empfangen hatte: »Selbst wenn ich mit diesem Schiff untergehe, sei gewiss, dass ich glücklich bin und tue, was ich liebe.« Über die Betreibergesellschaft der »Bounty«, die das Schiff in zweifelhaftem Zustand an die Mannschaft übergeben haben soll, wollte keiner der Überlebenden, auch nicht der Schiffstechniker Chris Barksdale, ein schlechtes Wort verlieren. Barksdale: »Wir sind alle eine Familie« (zum Artikel ).
Was ist das eigentlich, was in den vergangenen Tagen im Gaza-Streifen passierte? Ein militärischer Schlagabtausch? Ein Konflikt? Ein Krieg? Für die 1,7 Millionen Menschen, die in Gaza leben, ist die politische Bewertung zweitrangig. SPIEGEL-Mitarbeiter Jonathan Stock, während der israelischen Angriffe in Gaza unterwegs, war erstaunt, mit welchem Gleichmut die Menschen den Beschuss ertrugen. Als er nach dem Raketeneinschlag in ein Regierungsgebäude eine Familie besuchte, die in unmittelbarer Nähe wohnt, beobachtete er die Großmutter, die die Spielsachen der Enkel in der zerstörten Wohnung aufräumte, ohne zu klagen, ohne Schock, ohne Wut. Auf die Frage, warum sie so ruhig sei, antwortete sie: »Das war hier schon immer so.« Zur gleichen Zeit besuchte SPIEGEL-Redakteur Dieter Bednarz im Norden Israels Gilad Schalit, der vor einem Jahr aus der Geiselhaft der islamistischen Hamas im Gaza-Streifen entlassen worden war, nach mehr als fünf Jahren. Ein freundlicher junger Mann, so Bednarz, der sich vor allem eines wünscht: ein Leben führen zu können, ohne Fragen nach Gaza beantworten zu müssen (zum Artikel ).
Er war der mächtigste Mann des frühen Mittelalters, ein Krieger, Visionär und Lebemann, der an seinem Hof auf Latein diskutierte und mit fünf Ehefrauen und etlichen Konkubinen mindestens 18 Kinder zeugte - wie aber wurde aus Karl, am 25. Dezember 800 zum Kaiser gekrönt, »der Große«? Ein Team von SPIEGEL-Redakteuren hat sich darangemacht, Leben und Wirkungsmacht des Franken-Herrschers zu ergründen; SPIEGEL GESCHICHTE »Karl der Große« ist ab Dienstag im Handel erhältlich.