BRANDTMAUER - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Zur Ausgabe
Artikel 35 / 64

Briefe

BRANDTMAUER
• aus DER SPIEGEL 44/1960
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

BRANDTMAUER

Der SPIEGEL-Artikel »Interzonenhandel« war bei der treudeutschen Uniformität unseres Blätterwaldes geradezu eine Wohltat. 17 Millionen Deutsche haben buchstäblich unter Blut und Tränen ihr kleines Wirtschaftswunder erkämpft. Da kommen christliche Abendländer, um sie in den Staub zurückzutreten.

Misburg (Nieders.) GÜNTHER F. WIRTHS

Die diffizile Problematik des Interzonenhandels und der Kündigung des Abkommens dürfte erst durch Ihre Titelstory über einen kleinen Kreis von Spezialisten hinausgelangt sein.

München AXEL V. LENDECKE

Diplom-Kaufmann

Wie geschickt doch unser Bundeskanzler seinen geduldigen Wirtschaftsminister ausspielt! Schon heute sind die Wirtschaftsexperten der Meinung, daß die Kündigung des Interzonenhandels-Abkommens Herrn Ulbricht entgegenkommt. Daß aber die Sozialdemokratische Partei, an der Spitze Herr Brandt, dieser Kündigung zustimmte, bleibt unerklärlich: Die Herren der SPD sind in der letzten Zeit zu oft mit den Maßnahmen der Regierung einverstanden. Ist das Wahltaktik?

Bochum GÜNTER BASTEN

Offenbar haben die Westmächte gern die Zustimmung zur Kündigung gegeben mit dem Hintergedanken, daß die beiden deutschen Staatsgebilde endlich zu Verhandlungen kommen.

Stuttgart OTTO RIESSLER

Sie können natürlich die Fürstentümer Monaco und Liechtenstein, für die das Geschäft mit Walzwerkerzeugnissen 1957 ein warmer Regen war, auch als französische oder schweizer Händler bezeichnen. Aber warum auf einmal so diskret?

Oberhausen-Buschhausen HANS JUNK

»Denen haben wir es nun gegeben!« Frenetischer Beifall bei den Primitiven. Die Weiterblickenden im Zeitalter wirtschaftlicher Verflechtungen bleiben stumm. Nur die Engländer kommen jetzt leichter über den »Berg«!

Frankfurt HEINRICH JUNG

...fehlen nur noch die, ach, so symbolischen Gesten: Kerzen in den Fenstern, Fackelaufmärsche an der Zonengrenze und Stafetten quer durchs Land. Man sollte »Macht-den-Mund-auf«-Plaketten verteilen, weil es leichter ist, irgendwelche Abzeichen zu- tragen als die Verantwortung für politisches und diplomatisches Handeln.

Berlin HANS BRUNNER

Zur Ausgabe
Artikel 35 / 64