Brüder - DER SPIEGEL
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Brüder

• aus DER SPIEGEL 36/1950
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Abwehrkämpferische Töne bliesen Laien und klerikale Sprecher auf dem 74. Katholikentag in der Drei-Flüsse-Stadt Passau. Am stärksten Amerikas Oberkommissar John McCloy mit kaum mehr getarntem Appell zur Waffenbrüderschaft. Im heftigen Schnürlregen verlas ihn Bayern-Kommissar Dr. George N. Shuster vor der Scheinwerfer-erhellten Domfront. Darin war von Deutschlands gefallenen Söhnen und entehrten Töchtern die Rede. Zur Begründung des Kernsatzes: »In diesem Sinne werden Sie ganz besonders zu Brüdern meiner Landsleute.« Voraus ging die späte Einsicht: »Weite Gebiete des Westens wurden geopfert in der Hoffnung, daß hierdurch die Gefahr eines möglichen Krieges beseitigt werden könne. Aber keines der riesigen Zugeständnisse, die in einigen Fällen die herzzerreißende Versklavung von Millionen von Menschen zur Folge hatte, hat genügt.«

Andere Katholiken-Sprecher schleuderten von Passau, »der östlichsten Bastion des freien Glaubens«, Bis-hierher-und-nicht-weiter-Beteuerungen gen Osten. Mit Blickrichtung Westen wurde soziale Gerechtigkeit, Erneuerung des Glaubens und - mit besonderem Akzent - das »Aneinanderrücken der Christen« verlangt. - Dr. von Thadden-Trieglaff, Präsident des Evangelischen Kirchentages, war Ehrengast.

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