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Hausmitteilung Bundeswehr / Titel / Euro-Krise

• aus DER SPIEGEL 37/2012
Osang in Afghanistan
Osang in Afghanistan

Osang in Afghanistan

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Seit voriger Woche gilt in der afghanischen Provinz Baghlan die neue Strategie der Bundeswehr. Die deutschen Soldaten operieren nun unter afghanischem Kommando. SPIEGEL-Reporter Alexander Osang wollte schon lange eine Geschichte über Männer im Krieg schreiben: darüber, wie sie sich auf den Krieg vorbereiten; darüber, ob man sich auf Krieg überhaupt vorbereiten kann. Zufällig stieß er Anfang des Jahres auf Oberstleutnant Martin Mayer, dessen Leute, 600 Panzergrenadiere aus Thüringen, seit August in Baghlan die neue Strategie umsetzen müssen. Mayer gewährte Osang nicht nur Zugang und ungewöhnliche Nähe, er sprach auch über seine Ängste und Zweifel. Osang nahm an Manövern teil, fuhr mit zur Erkundung nach Baghlan, besuchte Lagebesprechungen, traf aber auch ein Ehepaar aus Mönchengladbach, das den Soldaten erklärte, dass Gottesglaube Regen und Krankheiten verhindern könne. Oberstleutnant Mayer ist davon überzeugt, dass man ungewöhnliche Wege gehen müsse, um die deutsche Armee in die Zukunft zu führen (zum Artikel ).

Es gibt Dinge, an die sich alle so sehr gewöhnt haben, dass kaum noch auffällt, wie unanständig diese Dinge sind. Als Gerhard Schröder 2006 ausgerechnet zu der Firma wechselte, die jene Ostsee-Pipeline bauen wollte, die Schröder als Kanzler selbst durchgedrückt hatte, löste das noch Empörung aus. Inzwischen sind solche Seitenwechsel in die Wirtschaft, bei denen Politiker und Spitzenbeamte ihre Kontakte und ihr Insiderwissen nach Dienstende versilbern, fast alltäglich geworden. Bei ihren Recherchen stießen die SPIEGEL-Redakteure Jürgen Dahlkamp, Ralf Beste, Sven Röbel und Jörg Schmitt nicht nur auf den früheren Bundesinnenminister Otto Schily, der seine alten Verbindungen aus der Politik für eine Firma einsetzte, an der er sich privat beteiligt hatte. Sie beobachteten auch, wie sich in Berlin die beiden großen Fraktionen Union und SPD unterhaken, damit solche Wechsel in den Lobbyismus ungehemmt weitergehen können. Dabei gibt es in anderen Ländern längst schärfere Regeln. Für die Glaubwürdigkeit deutscher Politiker sind sie auch hierzulande nötig (zum Artikel ).

Die beiden sind längst Denkmal ihrer selbst: Helmut Schmidt, deutscher Kanzler von 1974 bis 1982, und Valéry Giscard d'Estaing, französischer Präsident von 1974 bis 1981. Obwohl sie ihr Amt schon vor 30 Jahren verloren, verkörpern sie eine intellektuelle und moralische Autorität, die ihnen das Recht verleiht, den Regierenden von heute die Meinung zu sagen. Die SPIEGEL-Redakteure Georg Mascolo und Romain Leick befragten Schmidt, 93, und Giscard, 86, in Hamburg zur Euro-Krise. Er und Giscard, daran erinnerte Schmidt, gehörten unterschiedlichen politischen Lagern an, aber »unser fester Wille, zum Wohle unserer Länder und Europas zusammenzuarbeiten, stand nie in Frage«. Es gelte, in der EU »den Geist der Integration und damit den Geist der Solidarität wiederherzustellen«, bekräftigte Giscard. Zum Schluss überreichte Chefredakteur Mascolo den beiden ein SPIEGEL-Titelbild, das Schmidt und Giscard 1979 als Europapolitiker zeigte (zum Artikel ).

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