Carino Guidi - DER SPIEGEL
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Carino Guidi

• aus DER SPIEGEL 7/2003
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Carino Guidi , 65, Pfarrer der kleinen Toskana-Gemeinde Terricciola, fordert ein altes Kirchenprivileg ein und sorgt damit für Angst und Verwirrung unter seinen Schäfchen. Seit Jahrhunderten sind viele der Winzer und Olivenbauern der Kirche einen Anteil ihrer Ernte schuldig, der eine beispielsweise drei Flaschen Öl, der Nachbar 50 Liter vom Roten. Die Sache geriet in Vergessenheit, als es den Kirchenmännern zu lästig wurde, die Sachspenden einzusammeln. Nun, da die globale Wirtschaftskrise auch die kleine katholische Welt in den Pisaner Bergen erreicht hat, »machen auch diese Krümel ein Brot«, wie Guidis Dienstherr, der Bischof von Volterra, Mansueto Bianchi, fand. Darum ließ er Pfarrer Guidi seine Gemeinde per Rundschreiben an die Altschuld erinnern. Nur sollen sie nicht länger in Naturalien, sondern umgerechnet in Geld zahlen - und das rückwirkend bis 1998. Die entsprechende Forderung lieferte Guidi gleich mit. Weil der Priester offenbar stärker im Glauben als im Rechnen ist, geriet seine Kalkulation mitunter freilich arg durcheinander: Von einem armen pensionierten Landmann verlangte er 550 000 Euro.

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