USA Clintons Erbe
Nach der Devise »Fördern und fordern« hatte der ehemalige US-Präsident Bill Clinton vor genau zehn Jahren das System der amerikanischen Sozialhilfe umgebaut - und damals seine eigene Partei nebst Ehefrau Hillary gründlich verärgert. Besonders empört waren die Demokraten über die zeitliche Begrenzung der Sozialhilfe auf längstens fünf Jahre. Apokalyptiker warnten vor einem einkommenslosen Sub-Proletariat, das in den Metropolen zur Gefahr für die öffentliche Sicherheit werden könnte. Zwar steigt die Mordrate derzeit in vielen Städten wieder drastisch an - aber mit der sozialen Lage der Bevölkerung hat das wenig zu tun. Im Gegenteil - diese ist besser als zuvor. In den Bundesstaaten, die für die Auszahlung der Sozialhilfe verantwortlich sind, sank die Zahl der Sozialhilfeempfänger in den vergangenen zehn Jahren um 60 Prozent. Von unverheirateten Müttern, für die der größte Teil des Geldes bestimmt war, arbeiten inzwischen mehr als 60 Prozent für ein Einkommen, das ungefähr 25 Prozent über dem Niveau der Sozialhilfe liegt. Die Abnahme der Arbeitslosigkeit ist indes nicht nur dem anhaltenden Wirtschaftswachstum zu verdanken, sondern auch staatlichen Hilfsmaßnahmen, vor allem Steuergutschriften bei Geringverdienern. Auch das Fördern kommt inzwischen nicht mehr zu kurz. Weil der Bund den Einzelstaaten die Mittel für ihr Sozialbudget nicht in ähnlichem Umfang verringert hat, können die jetzt mehr Geld für flankierende Maßnahmen wie Qualifizierungen ausgeben. Allerdings: Etwa 10 bis 15 Prozent ehemaliger Sozialhilfeempfänger sind vollständig aus dem System staatlicher Fürsorge herausgefallen und auf die Hilfe von karitativen Organisationen oder Verwandten angewiesen.